EX-PROSTITUIERTE SPRICHT ÜBER EINE RAZZIA

Jahr für Jahr werden rund 120.000 Mädchen und Frauen aus aller Welt nach Westeuropa verschleppt und zur Prostitution gezwungen. Die Behörden gehen entschieden dagegen vor. Eine Bulgarin, die inzwischen in Bochum lebt, hat eine Razzia hautnah miterlebt.

EX-PROSTITUIERTE SPRICHT ÜBER EINE RAZZIA (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

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Lesen Sie den Text unseres Beitrages hier nach:

Das Schlimmste liegt hinter ihr…. Paula war gerade erst 23 Jahre alt als sie nach Deutschland kam und sich prostituierte. 2007 fand in ihrem Bordell eine Razzia statt – Die Erinnerungen an den diesen Tag sind immer noch da – sie hat Angst und möchte deshalb nicht erkannt werden.

„Ich wollte Wasser trinken und eine kam und hat mir eine geklatscht, weil ich Wasser trinken wollte. Und sie hat gesagt: Bleib ruhig, sonst kommst du nie wieder raus. Sie haben mit mir gesprochen, als wär ich ein Tier, kein Mensch… Sitz, Platz und so weiter.“

Paula hat sich freiwillig prostituiert, sagt sie selbst – weil sie schnell an Geld kommen musste. Doch für die zahlreichen Frauen, die jedes Jahr hierher verschleppt werden, ist das Eingreifen der Behörden oft die einzige Möglichkeit, jemals wieder ein eigenes Leben führen zu können. Die Mitternachtsmission in Dortmund, eine Beratungsstelle für Prostituierte, berät Frauen, die den Weg in die Freiheit gefunden haben.

Heike Müller sagt: „Gerade die afrikanischen Frauen werden mit Voodoo unter Druck gesetzt, körperliche Gewalt ist da nicht so n Thema. Bei den osteuropäischen Frauen kann man schon sagen, dass Frauen auch mit Drogen und Gewalt zur Prostitution gezwungen werden. Frauen werden vergewaltigt, ununterbrochen, bis sie gefügig gemacht werden.“

Paula wurde nicht zur Sexarbeit gezwungen, sagt sie – trotzdem hat sie das Milieu nach der Razzia in ihrem Bordell verlassen.

„Das war einfach… Schock… Ich konnte nicht weiter arbeiten, musste später zum Therapeuten, weil ich eine Depression durch die Razzia bekommen hab und ich konnte nicht weitermachen da.“

Heute ist Paula glücklich, dass sie ein eigenständiges Leben führen kann.
Eine eigene Wohnung hat und tun und lassen kann, was sie will.
Ohne Freier und ohne Angst.

Den Weg aus der Zwangsprostitution finden werden.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 18.04.2018 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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