Neues Flüchtlingsheim in Datteln

In Datteln soll für 4 Millionen Euro ein neues Flüchtlingsheim gebaut werden. Das sorgt für Unverständnis, da in den umliegenden Städten und Orten Flüchtlingsunterkünfte vorhanden sind, die komplett leer stehen.

Neues Flüchtlingsheim in Datteln (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

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Die Bagger sind in Datteln längst da, aber – nur rund 22 km Luftlinie entfernt – steht diese Flüchtlingsunterkunft hier in Dortmund komplett leer. Und nicht nur die: vier weitere gibt es, die nicht belegt sind. Verstehen kann das in Datteln niemand so richtig.

Doch warum werden die Flüchtlinge nicht einfach umverteilt? Die Stadt Datteln verweist uns an die Bezirksregierung Arnsberg, weil die für die Verteilung der Flüchtlinge auf die Kommunen zuständig ist. Dort erfahren wir, dass jede Kommune eine individuell vereinbarte Zahl von Flüchtlingen aufnehmen muss um nicht eine Stadt mehr zu belasten als die andere. Weiter heißt es:

Statement der Stadt Datteln:
„Sobald die Kommune, die kurzzeitig keine Menschen zugewiesen bekommt, jedoch nicht mehr ihr Aufnahmesoll erfüllt, bekommt sie wieder neue Zuweisungen. Dann stehen auch die Einrichtungen nicht mehr leer.“

Aktuell geht aber die Zahl der Neuankömmlinge in NRW immer weiter zurück. Datteln soll jetzt Platz für ca. 140 schaffen. Zur Zeit gibt es aber nur rund 50 Flüchtlinge, die provisorisch in Containern untergebracht sind. Viele Städte wie zum Beispiel Essen reißen ihre Unterkünfte deshalb ab oder versuchen sie anderweitig zu nutzen oder zu verkaufen. Denn die leerstehenden Gebäude fressen Heiz- und Instandhaltungskosten, für einige zahlen die Städte auch noch Mieten, weil die Verträge noch laufen. Außerdem gibt es in den Einrichtungen die das Land betreibt aktuell auch 4.500 sogenannte „Stand- By-Plätze“, die eingesetzt werden können wenn neuer Bedarf besteht.

In Datteln ist das ganze aber noch verrückter: Denn die neue Unterkunft, die gebaut werden soll, ist vorerst nur für drei Jahre genehmigt. Sind die um, droht also sofort wieder der Abriss des neuen Millionen-Baus. Für Theodor Beckmann von den Grünen Steuergeldverschwendung.

Der Fraktionsvorsitzender Stadt Datteln, Theodor Beckmann, sagt:
„Es ist unserer Meinung nach fahrlässig, weil es ist ein Festbau, der soll fast 4 Millionen Euro kosten und das scheint uns unangebracht zu sein.“

Neubau in der einen – Leerstand in der anderen Stadt. Verstehen kann man das nur schwer.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 19.02.2018 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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