Wer will den Freizeitpark?

Oft steht so etwas wohl nicht zum verkauf und doch will ihn keiner haben: den Freizeitpark in Solingen. Der Besitzer versucht schon seit zwei Jahren in los zu werden, ohne Erfolg. Jetzt ist er mit dem Preis noch weiter runtergegangen. Wir waren heute da und haben uns angeschaut, was der Park zu bieten hat.

Wer will den Freizeitpark? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Zu unserem Beitrag bieten wir einen Service für Hörgeschädigte an.
Lesen Sie den Text unseres Beitrages hier nach:

Hier schaukelt kaum noch jemand – der historische Freizeitpark Ittertal in Solingen ist in die Jahre gekommen.
Bruno Schmelter hat den Park vor 18 Jahren gekauft, jetzt mit 74 ist er zu alt dafür. Er will ihn loswerden.

„Dieser Park hat seinen Charme, ich sag immer: ein kleines Schätzchen. Ja, die Zeit, das Geld und das Herzblut, was wir hier reingesteckt haben, das ist schon einiges und es bedeutet mir sehr viel, aber trotz alledem, irgendwann packt man’s nicht mehr.“

Im Freizeitpark steckt jede Menge Tradition, immerhin ist er schon über 100 Jahre alt. Das hier ist eines der ältesten Wasserkarussells Deutschlands. Es wurde 1907 erbaut und hat schon so einiges erlebt.

„Altes Ehepaar kam rein, über 90 Jahre, ohne Kinder, ohne Enkel und die fuhren erstmal 2, 3 Runden. Und nachdem ich sie gefragt hab, ob sie das erste Mal hier sind, meinte die Frau: Nein, mein Mann hat mir hier vor 60 Jahren nen Heiratsantrag gemacht. Also solche Geschichten erlebt man hier, da könnte man n Buch schreiben.“

Trotzdem wird Bruno Schmelter den Park nicht los, seit dem Herbst häufen sich schlechte Bewertungen im Internet. Das fällt auf. Bei unserem Dreh haben wir nur eine Familie getroffen, die nicht vor die Kamera wollte. Die Mutter sagte uns, dass sie wegen der Kritik am Park fast nicht mehr kommen wollten.

„Man schreibt, es wär alles kaputt, es wär alles nur Schrott und schmutzig. Diese Sachen tun schon sehr weh, einfach diese Lügen zu verbreiten, das ist schon gemein.“

1,6 Millionen Euro wollte Bruno Schmelter eigentlich für seinen Park haben. Inzwischen hat er den Preis auf unter eine Million gesenkt.

„Ich glaube nicht, dass das das Ausschlaggebende ist. Das Ausschlaggebende ist, man muss die Liebe zu der ganzen Landschaft entdecken, man muss sich selber damit so n bisschen verbunden fühlen und man muss n kleines bisschen verrückt sein. Dann passt das alles wieder.“

Und sollte er seinen Park doch nicht mehr loswerden, will er ihn einfach weiter betreiben – bis er umfällt, wir Bruno selbst sagt.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 02.05.2018 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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