Versteckter Wahlkampf?

Im Mai stehen in der Türkei Wahlen an. Genau dann kommt der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu für eine Rede nach Solingen. Eigentlich zur Gedenkfeier des Brandanschlags von 1993. Doch Viele sehen das als versteckten Wahlkampf.

Versteckter Wahlkampf? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

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Diese Bilder aus dem Mai 93 bestimmen noch immer das Leben von Güldane Ince. Sie war damals nur drei Jahre alt, doch Narben an ihren Händen erinnern Sie täglich daran.
Sie überlebte, weil ihre Mutter Sie aus dem Fenster schmiss und ein Feuerwehrmann sie auffing. Für sie und ihren Vater ist die Vorstellung, dass der Gedenktag des Anschlags genutzt wird, um politischen Wahlkampf zu machen, unerträglich.

Incel sagt: „Es ist sehr bewegend für mich, dass ich an dem Ort stehe, wo das meiner Familie passiert ist. Mein Vater ärgert es sehr, dass der Tod meiner Mutter für politische Zwecke missbraucht wird.“

Das sehen aber nicht alle in der Familie so. Anderen Familienmitgliedern ist es sehr wichtig, dass Politiker Anteil nehmen.

Joachim Stamp sagt: „Ich kann nur sagen, dass es ein ausdrücklicher Wunsch der Familie Genç ist. In der Vergangenheit war immer ein Vertreter der türkischen Regierung bei dem Gedenken dabei.“

Für Güldane ist vor allem wichtig, dass lehren aus diesem so schweren rassistischen Anschlag gezogen werden.

„Es ist egal, ob deutsche oder Türken. Hauptsache wir leben alle friedlich zusammen.“

Und die nun geführte Debatte bewirkt für die 28 Jährige das genaue Gegenteil.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 24.04.2018 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

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