Themen-Überblick: Gesellschaft und Soziales

Streit um Alkoholgrenze fürs Fahrradfahren
Köln, Betrunken mit dem Rad unterwegs – bislang erst ab 1,6 Promille strafbar. Doch genau diese Grenze steht jetzt wieder zur Debatte. Beim Verkehrsgerichtstag beraten Experten, ob das Alkohol-Limit fürs Radfahren gesenkt werden soll. Tests zeigen: Schon deutlich unter 1,6 Promille lassen Reaktion, Koordination und Gleichgewicht massiv nach. weiter…

Warnstreiks an Unikliniken
Essen, Ruhr, Warnstreiks legen heute und morgen Teile des Betriebs an sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen lahm. Betroffen sind Aachen, Köln, Münster, Bonn, Essen und Düsseldorf. Beschäftigte aus Pflege, Labor und Verwaltung gehen auf die Straße und fordern höhere Löhne im Tarifkonflikt der Länder. Die Gewerkschaft Verdi erhöht damit den Druck auf die Arbeitgeber. Ärzte beteiligen sich nicht an den Warnstreiks. Viele Operationen wurden vorab verschoben, die Notfallversorgung bleibt jederzeit gesichert. weiter…
Hologramme gegen das Vergessen – Zeitzeugen sprechen weiter
Essen, Ruhr, Auf dem Gelände der Zeche Zollverein können Besucher Holocaust-Überlebenden als lebensgroße Hologramme begegnen und ihnen Fragen stellen. Möglich macht das das Projekt HOLO-VOICES, das heute am internationalen Holocaust-Gedenktag von NRW-Kulturministerin Ina Brandes eröffnet wurde. Künstliche Intelligenz verbindet echte Fragen mit originalen Antworten der Zeitzeugen, ohne Inhalte zu verändern. So bleiben ihre Geschichten lebendig, als Mahnung gegen Antisemitismus und Rassismus. Die Botschaft ist klar: Nie wieder ist jetzt. weiter…
Johanniter stellen 100 Krankentransporter für die Bundeswehr
Die Johanniter unterstützen die Bundeswehr mit 100 neuen Krankentransportfahrzeugen. Die sogenannte „Verwundeten-Transportkomponente 100“ soll verletzte Soldaten vor allem innerhalb Deutschlands verlegen. Vorgestellt wurde die Flotte heute in Bonn. Finanziert wird sie aus eigenen Mitteln. Die Johanniter sehen die Hilfe angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage als gesellschaftliche und humanitäre Verantwortung. weiter…
Mieter raus, Werksarbeiter rein? Ärger um Wohnungen in Beckum
In Beckum stehen mehr als 60 Mieter plötzlich vor der Kündigung: Angeblich wegen Sanierungsarbeiten sollen sie ihre Wohnungen räumen. Doch während viele Bewohner ausziehen, ziehen kurz darauf Arbeiter des Fleischkonzerns Tönnies ein. Für Betroffene wie Ulrike Binder ein Schock – sie fühlen sich getäuscht und unter Druck gesetzt. Der Mieterbund hält das Vorgehen für rechtlich fragwürdig, da normale Mietwohnungen nicht ohne Genehmigung in Werkswohnungen umgewandelt werden dürfen. Die Eigentümer sprechen von Zwischenvermietungen, bestreiten eine Zusammenarbeit mit Tönnies. Für die Mieter zählt vor allem eines: Sie wollen bleiben – und gemeinsam Widerstand leisten. weiter…
Restaurant in Wuppertal serviert Nächstenliebe
Essen ohne zu bezahlen – oder einfach später zahlen. Das gibts bei Ahmad Daoud. Er betreibt seit einem Jahr ein Restaurant in einem wohlhabenden Viertel von Wuppertal – und hilft dort Menschen, die kaum etwas haben. Inspiriert von einer Idee aus Berlin bietet er Mahlzeiten auch für Bedürftige an, ganz ohne Nachweis und auf Vertrauensbasis. Obdachlose wie „Campino“ bekommen hier nicht nur ein warmes Essen, sondern auch Respekt und Menschlichkeit. Daoud weiß aus eigener Erfahrung, was Hunger bedeutet: Er floh vor zehn Jahren aus Syrien nach Deutschland. Sein Motto: geben und nehmen. Unterstützt wird das Angebot durch freiwillige Spenden zahlender Gäste. weiter…
Bundesverdienstorden für Pionierin des Frauenfußballs
Düsseldorf, In Düsseldorf hat Ministerpräsident Hendrik Wüst Annegret Trabant-Haarbach den Bundesverdienstorden verliehen. Sie gilt als Pionierin des deutschen Frauenfußballs. 1974 gewann sie die erste offizielle deutsche Frauenmeisterschaft und führte später als Kapitänin die erste Frauen-Nationalmannschaft des DFB aufs Feld. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Regina van Dinther und Jürgen Nimptsch für ihr langjähriges gesellschaftliches Engagement in Nordrhein-Westfalen. weiter…
NRW fehlen hunderttausende Wohnungen
Köln, In Nordrhein-Westfalen fehlen aktuell rund 376.000 Wohnungen – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Das zeigt der neue bundesweite Wohnmonitor. Besonders betroffen sind junge Menschen und Rentner. Die Wohnungssuche wird für viele zur zermürbenden Dauerbelastung. Diskutiert werden unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren, mehr sozialer Wohnungsbau und eine stärkere Förderung kommunaler Projekte. weiter…
Wohnheime vor dem Aus: Studierende fürchten Verlust bezahlbaren Wohnraums
Köln, Studentin Anna aus Köln könnte bald ihr Zimmer verlieren. Sie wohnt in einem Wohnheim der Evangelischen Kirche – insgesamt 381 bezahlbare Plätze stehen dort zur Verfügung. Doch weil die Kirche bis 2030 rund 33 Millionen Euro einsparen muss, könnten Wohnheime in Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn betroffen sein. Eine Entscheidung soll Mitte Januar auf der Landessynode fallen. Der NRW-Grünen-Vorsitzende Tim Achtermeyer warnt in einem offenen Brief davor, die Wohnheime aufzugeben. Vergleichbarer Wohnraum sei kaum bezahlbar. Viele Studierende müssten bereits auf Notlösungen wie Wohnen im Auto ausweichen. Anna hofft, dass sie ihr Studium abschließen kann, bevor ein möglicher Auszug Realität wird. weiter…
