Härtere Strafen für Gaffer

Wer Unfallopfer fotografiert oder filmt, könnte dafür bald ins Gefängnis kommen. Bis zu zwei Jahre Haft fordert NRW-Justizminister Peter Biesenbach.

Härtere Strafen für Gaffer (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

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Sie gaffen, filmen, fotografieren. Haben keinen Respekt für die Unfallopfer. Linda Ellerbrock, aus Krefeld, ist eines der Opfer. Anfang des Jahres wurde ihr Wagen durch Sturm Friederike unter einem Baum begraben und aufgespießt, noch während sie im Auto eingeklemmt war zuckten die ersten Gaffer ihre Handys.

Bei Facebook postet sie in ihrer Wut über die Gaffer, „entschuldigt“ sich sogar bei Ihnen keinen spektakuläreren Unfall geboten zu haben.

Auch für die Politik ist es schwer die Gaffer aufzuhalten. Sichtschutzwände und Kontrollen haben das Problem nicht behoben. Deshalb wurde heute wurde im Bundestag ein neuer Gesetzentwurf eingereicht, in dem die rücksichtslosen Gaffer härter bestraft werden sollen – mit Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren. Der damalige NRW Justizminister Thomas Kutschaty hatte den Entwurf 2016 auf den Weg gebracht. Passiert ist bisher nichts.

Das Fotografieren von Verstorbenen ist bislang nicht strafbar. Das soll sich mit dem neuen Gesetz ändern – wünscht sich auch Linda. Wenn es sein muss, auch mit einer Gefängnisstrafe. Denn das Verhalten der Gaffer bei ihrem Unfall, belastet die Krefelderin bis heute.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 02.03.2018 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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