RICHTIGER UMGANG MIT COMPUTERSPIELEN

Hier finden Sie Handlungsempfehlungen und praxisnahe Tipps zum richtigen Umgang mit Internet, Konsole und Computerspielen.

RICHTIGER UMGANG MIT COMPUTERSPIELEN (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Wieviel Zeit sollte mein Kind höchstens am Computer mit Spielen verbringen?

Grundsätzlich sollten sie Zeitvorgaben treffen, bleiben Sie jedoch flexibelWir empfehlen Ihnen Medienzeiten allgemein festzulegen, Ihr Kind kann dann entscheiden, welchem Medium es mehr oder weniger Zeit widmen will. Bei Jugendlichen sollte der Grad der Selbstbestimmung höher sein als bei Kindern. Schulwoche und Wochenende sollten getrennt bewertet werden, auch gemeinsames Spielen kann anders bewertet werden. Auch sollten sie zwischen produktiver (Schularbeiten) und spielerischer Nutzung trennen. Folgende Zeiten können für Kinder und Jugendliche als Richtwerte dienen:

  • 4 – 6 Jahre: 20 – 30 Min. pro Tag in Begleitung der Eltern
  • 7 – 10 Jahre: ca. 45 Min. pro Tag
  • 11 – 13 Jahre ca. 60 Min. pro Tag

Wo kann ich mich über die Alterskennzeichnung der Spiele informieren?

Hier werden die Alterskennzeichnungen, ihre Entstehung und die Indizierungsgründe erklärt.  Browserspiele werden mittlerweile durch das PEGI OK Zeichen gekennzeichnet. Für weitere Informationen zu bestimmten Spielen, können Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

Darf mein Kind Killerspiele spielen?

Achten Sie auf die Alterskennzeichnung! Killerspiele sind sogenannte Ego-Shooter, bei denen der Blick der Spieler aus der Ego-Perspektive eingenommen wird. Man sieht mit den Augen seines Avatars, meist hat man eine Waffe in der Hand und sieht über diese Waffe hinweg auf das Spielgeschehen. Killerspiele dürfen in der Regel in Deutschland ab 16 oder 18 Jahren gespielt werden. Lassen Sie sich von Ihrem Kind das Spiel zeigen, spielen Sie selber einmal, machen Sie sich ein eigenes Bild, trauen Sie sich die ethischen und moralischen Handlungen im Spiel anzusprechen und mit Ihrem Kind zu diskutieren.

Spielt mein Kind zu viel am Computer?

Über die Anzahl der wöchentlichen Spielstunden lässt sich exzessives Spielen nicht beschreiben. Hier sind die Grenzen fließend, es ist eher eine veränderte Problemlösungsstrategie: wenn bei Problemen und Sorgen nicht nach einer Lösung gesucht wird, sondern der Computer hochgefahren und gespielt wird, handelt es sich um exzessives Spielen. Dies ist auch der Fall, wenn der Spieler seinen PC-Gebrauch nicht mehr unter Kontrolle hat, sondern wichtige Dinge, die er/sie sich vorgenommen hat, zu Gunsten des Spiels vergisst oder wiederholt vernachlässigt und das Verlangen zu spielen nicht mehr selbst kontrollieren kann. Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen treten auf, wenn man nicht am Computer spielen kann oder darf. Es wird immer länger und häufiger gespielt und andere Vergnügungen oder Interessen werden vernachlässigt.

Mein Kind reagiert aggressiv auf meine Versuche, das Spielen einzuschränken, was kann ich tun?

Alle Änderungswünsche bezüglich der Computernutzung seitens der Eltern wirken auf das Kind erst einmal bedrohlich! Eltern sollten sich für ihre Kinder und die Inhalte im Computer, die ihre Kinder nutzen, interessieren. Wichtig ist dabei auch, dass Sie dem Kind Grenzen in Bezug auf die Computernutzung setzen und diese konsequent umsetzen. Generell gilt, dem Kind nicht nur etwas entziehen(!), sondern auch etwas geben, d.h. alternative Verhaltensweisen verstärken (belohnen). Attraktive Alternativen zur sinnvollen Zeitnutzung, zur Verhinderung von Verlusterleben und Rückfällen sollten gemeinsam mit dem Kind entwickelt werden und für eine zufriedenstellende Zeiteinteilung sorgen. Dabei ist es hilfreich, je einen Zeitplan für die Schulwoche und einen für das Wochenende zu erstellen.

Ist Computerspielen gefährlich?

Nein. Wie bei allen Vergnügungen ist das Computerspielen in Maßen nicht gefährlich, Sie sollten aber auf die Altersfreigabe achten.

Wenn die Jugendlichen keine anderen privaten Kontakte, andere Freizeitaktivitäten haben oder in eine persönliche Krise geraten, zum Beispiel durch Ortsveränderung oder den Tod eines Großelternteils, kann sich eine Abhängigkeit vom Spiel entwickeln. Jugendliche berichten in vielen Internet-Foren von ihren erfolgreichen Versuchen, sich von ihrer Abhängigkeit zu befreien, meist durch andere offline-Aktivitäten wie Hobbys, Sport, Freunde oder zeitweise Abgabe des PC an eine Vertrauensperson. Bei Jugendlichen stellt exzessives Spielen aber auch nur eine Entwicklungsphase darstellen, die intensiv durchlebt und irgendwann auch abgeschlossen wird, wenn etwas neues die Aufmerksamkeit erregt.

Können Computerspiele süchtig machen?

Nicht grundsätzlich. Nur 2-10% aller Spieler können süchtig werden. Wenn Ihr Kind keine anderen privaten Kontakte oder Freizeitaktivitäten hat, sollte man aufpassen. Spätestens dann sollten die Eltern ins Spiel kommen und Regeln aufsetzen. Kommt man selber nicht mehr weiter, ist es sinnvoll sich Hilfe zu holen. Bei der Online-Ambulanz-Service für Internetsüchtige können sich Betroffene melden, die unter einer problematischen Internetnutzung leiden. Zudem bietet OASIS eine Anlaufstelle für Angehörige von betroffenen Personen.

Wie kann ich mein Kind im Umgang mit dem Computerspielen positiv unterstützen?

  • Achten Sie auf die Altersfreigabe (USK).
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind, interessieren Sie sich, spielen Sie zusammen mit Ihrem Kind am Computer. Erfahren Sie, was Ihr Kind an diesem Spiel fasziniert.
  • Bieten Sie Ihrem Kind Ausgleichstätigkeiten zum Computerspielen.

Welche Computerspiele sind besonders suchtgefährdend?

Online-Rollenspiele können zum exzessiven Spielen verleiten, da sie sehr zeitintensiv sind, dazu zählen auch die Browsergames. Jedes Spiel, welches kein offizielles Ende hat, oder über einen Online-Modus verfügt, so auch zum Beispiel Mehrkampfspiele wie Counter Strike, können zu exzessivem Spielen verleiten.

Quelle: https://www.spieleratgeber-nrw.de/

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 22.08.2018 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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