Was wurde den Heimkindern angetan?

Heimkinder haben zwischen den Fünfziger- und Siebzigerjahren Medikamente zu Versuchszwecken bekommen. Das hat eine Apothekerin aufgedeckt.

Was wurde den Heimkindern angetan? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Im Franz-Sales-Haus in Essen sollen in den 50er bis 70er Jahren Versuche an Kindern durchgeführt worden sein. Mindestens 24 Heimkinder haben hier wohl Medikamente zu Testzwecken bekommen. Die meisten der Kinder waren zwischen fünf und 13 Jahren alt. Das Medikament, das ihnen gegeben wurde, heißt „“Decentan“. Es wurde bei Psychosen eingesetzt und sollte Wahnvorstellung, Halluzinationen und Schizophrenie heilen.
Durch Überdosierungen war das Gegenteil aber der Fall: Einige Kinder bekamen Sehstörungen und Schreianfälle. Auch psychische Veränderungen haben sich bemerkbar gemacht.

Vom Franz-Sales-Haus in Essen heißt es zu den Vorwürfen dazu:„Im historischen Archiv des Franz Sales Haus finden sich keinerlei Hinweise auf etwaige Medikamententests.“

Aber nicht nur in Essen wurden Versuche an Kindern durchgeführt, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen. Auch in Bielefeld, Viersen und Düsseldorf sollen solche Experimente stattgefunden haben. Das Medikament „“Decentan“ kam nach den Tests sogar tatsächlich auf dem Markt. Die Firma „“Merck“, die das Mittel hergestellt hat sagt uns am Telefon, dass es sogar bis zum Jahr 2013 im Gebrauch war.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 21.10.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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