So tappen Sie beim Schlüsseldienst nicht in die Falle!

Notdienste versprechen rasche Hilfe – doch kassieren häufig viel zu viel Geld ab. Wer in die Situation kommt einen Schlüsselnotdienst zu beauftragen, sollte daher diese Tipps beachten!

So tappen Sie beim Schlüsseldienst nicht in die Falle! (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

  • Bevorzugen Sie ortsansässige Firmen
    Bedenken Sie, dass ein lokaler Notdienst spürbar kürzere Anfahrtszeiten hat als überregionale Unternehmen. Erfragen Sie gleich beim ersten Anruf, von wo der Monteur kommen wird. Haben Sie einen Notdienst unter Ihrer örtlichen Vorwahl erreicht, so brauchen Sie auch nur die Kosten für An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen zu zahlen. Darüber hinausgehende Beträge streichen Sie von der Rechnung.
  • Unterschreiben Sie nichts ungeprüft
    Prüfen Sie vorgefertigte Auftragsformulare vor der Unterschrift genau. Streichen Sie nicht vereinbarte oder gewünschte Passagen oder bestätigen Sie nur die Erteilung des Auftrags. Niemand kann Sie zwingen, nicht vereinbarte Regelungen zu akzeptieren.
  • Beauftragen Sie nur das Öffnen der Tür
    Legen Sie beim Auftrag an den Schlüsseldienst fest, dass nur die verschlossene Tür wieder geöffnet werden soll. Eine Auswechslung des ganzen Schlosses ist in den meisten Fällen nicht notwendig.
  • Vereinbaren Sie einen festen Preis
    Fragen Sie vor der Auftragsvergabe nach dem verbindlichen Komplettpreis für die Türöffnung und einigen Sie sich mit dem Schlüsseldienst auf einen Festpreis. Schildern Sie dabei die Situation detailliert, damit der Unternehmer möglichst genau kalkulieren kann. Am besten führen Sie das Gespräch unter Zeugen.
    Haben Sie im Vorfeld keine Absprachen über den Preis getroffen, richtet er sich nach der üblichen Vergütung. Hierzu kann die Preisempfehlung des Bundesverbandes Metall herangezogen werden (vgl. Amtsgericht Lingen, Az.: 4 C 529/16). Nach dieser Empfehlung kosten einfache Türöffnungen mit einer Arbeitszeit von maximal 15 Minuten, je nach Einsatzgebiet, zwischen 75 und 100 Euro. Hinzu kommen Fahrtkostenpauschalen in Höhe von 36 Euro sowie gegebenenfalls Zuschläge für Einsätze außerhalb der gewöhnlichen Geschäftszeit.
  • Zahlen Sie nur bei detaillierter Rechnung
    Viele Firmen werden mit allen Mitteln versuchen, den Betrag gleich bar zu kassieren. Zahlen Sie aber nur, wenn eine detaillierte Rechnung mit allen Einzelposten vorliegt und diese der Vereinbarung entspricht.
  • Zahlen Sie keine Bearbeitungs- oder Buchungsgebühren
    Manche Notdienste verlangen eine Bearbeitungs- oder Buchungsgebühr, wenn Sie sich nicht bereit erklären, die Rechnung sofort in bar oder per Scheck zu bezahlen. Dies ist unzulässig! (Landgericht Bremen, Urteil vom 07.01.1996, Az.: 1 O 725/96)
  • Vorsicht bei Zuschlägen
    Schlüsseldienste dürfen Zuschläge nur außerhalb der üblichen Arbeitszeiten verlangen. „Sofortzuschläge“, „Bereitstellungszuschläge“ und „Spezialwerkzeugkosten“ sind laut Urteil des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 23.02.2006 (Az.: 31 C 63/98-44) nicht erlaubt.
  • Nötigung ist strafbar
    Sollte der gerufene Handwerker Sie unter Druck setzen, etwa indem er droht, die Tür wieder zu verschließen: Zögern Sie nicht, die Polizei zu rufen – Nötigung ist strafbar! Bitten Sie um Hilfe aus der Nachbarschaft! Es ist Ihr gutes Recht, jemanden aus Ihrer Wohnung oder von Ihrem Grundstück zu verweisen. Kommt der Notdienstmitarbeiter Ihrer Aufforderung nicht nach, können strafrechtliche Konsequenzen drohen. Lassen Sie sich nicht zur Zahlung nötigen! Fahren Sie auch nicht mit dem Monteur zum nächsten Geldautomaten. Haben Sie den Verdacht, einem unseriösen Notdienst zum „Opfer“ gefallen zu sein, dann scheuen Sie sich nicht, Ihre örtliche Polizei über den Vorfall zu informieren. Schildern Sie den Sachverhalt und erstatten Sie, wenn nötig, eine Anzeige. Die Polizeibeamten helfen Ihnen gerne weiter und können beurteilen, ob es sich um eine Straftat handelt.
    (Quelle: www.verbraucherzentrale.de)

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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