Klage gegen Tihange

Nur rund 60 Kilometer von uns in Nordrhein-Westfalen entfernt steht das belgische Atomkraftwerk Tihange. Trotz tausender Risse produziert es weiter Strom. In der Grenzregion rund um Aachen haben viele Angst vor einer Katastrophe. Mehrere Politiker sind deshalb heute nach Brüssel gefahren um dort erneut Klage gegen das bröckelnde Kraftwerk einzureichen.

Klage gegen Tihange (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Für Frank Schalge geht es heute morgen früh los. Er ist Mitglied der Städteregion Aachen – macht sich heute mit acht anderen Vertretern aus der Politik auf den Weg nach Brüssel, um gegen den Brökelreaktor von Tihange zu klagen. Doch Frank Schalge ist nicht nur beruflich betroffen. Mit seiner Familie lebt er nur 20 km von der belgischen Grenze entfernt.

Frank Schalge: „Ich bin privat ein absoluter Familienmensch. Alle Leben hier in der Städteregion. Haben ihr Lebensumfeld da. Und von daher ist mir das auch privat sehr sehr wichtig, dass wir unser Lebensumfeld so erhalten wie es bisher ist.

Nach rund 2 Stunden Busfahrt: Die Ankunft in der belgischen Hauptstadt. Gemeinsames Unterzeichnen der Klage. Nicht die erste! Bereits im Februar hatte die Städteregion Aachen gemeinsam mit zahlreichen Kommunen Deutschlands, und sogar mit Luxemburg und den Niederlanden geklagt.

Helmut Etschenberg, Städteregionsrat: „Wir sind inzwischen 12 Millionen Menschen, die wir vertreten. Das ist eine Dimension. Weil zwar die Kernwirkung in der Region Aachen ist, aber wenn der schlimmste aller Fälle eintreten sollte, dann die Wirkung über Köln,. Düsseldorf bis nach Hannover oder Frankfurt da ist. Dann ist das eine nationale Bedrohung.“

Auch Frank Schalge kann endlich seine Unterschrift unter die Klage setzen – in erster Linie für seine Familie.
„Ja, zunächst mal ist es ein positives Gefühl, dass man jetzt was auf den Weg gebracht hat. Das ich an dieser Stelle meiner 13-Jährigen Tochter mit auf den Weg geben kann, dass ich jetzt meinen Teil dazu beigetragen habe, dass wir versuchen den Reaktor vom Netz zu bekommen.“

Frank Schalge tritt heute mit einem positiven Gefühl den Heimweg an. Doch die Realität ist leider nicht ganz so positiv. Bis zu einem Ergebnis kann es dauern. Denn vor 2018 wird es wohl keine Entscheidung geben. Und auch nur nur, ob die Klage von heute überhaupt erst zulässig ist.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 22.12.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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