Kein Plan bei Schulauswahl für Flüchtlinge

Ein Duisburger Schulleiter sagt uns: Flüchtlingskinder würden ohne Eignungstest und einfach nach gut Dünken auf die verschiedenen Schulformen geschickt. Weil es also null nach Leistung geht, komme es zu Problemen im Unterricht.

Kein Plan bei Schulauswahl für Flüchtlinge (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Integration macht Schule – oder doch nicht ganz? Thomas Regenbrecht ist Rektor am Abteigymnasium in Duisburg. An seiner Schule gibt es zwei Integrationsklassen mit rund 30 Schülern. Flüchtlingskinder sind auch seinem Gymnasium zugeteilt worden, ohne vorherigen Eignungstest.

Udo Beckmann vom Landesverband Bildung und Erziehung kennt den Grund. Viele Städte waren mit der Flüchtlingswelle überfordert – Eignungstests waren damals nicht möglich. Mittlerweile werden in vielen Kommunen Eignungsgespräche geführt – nur halt nicht in Duisburg. Wir wollen wissen: Wieso? – und fragen beim NRW Schulministerium an – aber: „Für die Verteilung der Flüchtlingskinder auf die Schulen sind die Kommunen zuständig.“ Also die Stadt Duisburg – deren Antwort: „Die Zuweisung der Schülerinnen und Schüler auf die jeweiligen Schulen erfolgt auf der Regionalkonferenz der Bezirksregierung.“ Dann fragen wir eben die Bezirksregierung Düsseldorf: „Die (…) Schulämter weisen die Kinder und Jugendlichen  an Hand der entsprechenden Schulform einer Schule der Gemeinde zu.“ Also fühlt sich keiner zuständig. Leidtragende sind die Kinder. Schlimmstenfalls schaffen sie das Gymnasium nicht. Fallen vielleicht sogar durch die Hauptschule. Thomas Regenbrecht hofft, dass die Stadt Duisburg bald reagiert – denn bei allen Flüchtlingskindern die jetzt nicht richtig integriert werden kann es auch in Zukunft nicht klappen….

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 11.01.2017 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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