JVA-Beamte freigesprochen

Und trotzdem wurden sie heute vom Gericht in Köln freigesprochen. Der Häftling entwischte den zwei Beamten während seines Freigangs in einem Brauhaus in Köln – durchs Klofenster.

JVA-Beamte freigesprochen (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Freispruch heißt es heute für die beiden JVA-Beamten. Rechtlich konnte ihnen nicht nachgewiesen werden, dass sie Peter B. absichtlich zur Flucht verholfen haben. Der Richter kritisiert in seiner Urteilsbegründung aber das Verhalten der Beamten. Sie hätten schlampig und fahrlässig gehandelt. Peter B. vor der Abfahrt nicht durchsucht, ihn im Brauhaus außer Sichtweite gelassen und zudem mit dem Rücken zum Eingang gesessen.

Die Beamten sagen heute, sie hätten Peter B. vertraut und niemals gedacht, dass er ihnen so eine Flucht antun würde. Aber ist es richtig, dass zwischen Insassen und JVA-Beamten so ein Vertrauensverhältnis herrscht? Für Peter Brock vom Bund der Strafvollzugsbediensteten ist das nicht zu verhindern. Das Vertrauensverhältnis sei dem geschuldet, dass die Beamten teilweise zehn Jahre mit ein und dem selben Gefangenen auf einer Abteilung seien und da sei ein ganz anderes Verhältnis vorhanden, als wenn jemand neu in einer Justizvollzugsanstalt inhaftiert würde.

Und genau das war bei einem der beiden JVA Beamten der Fall. Er hatte mit Peter B. jahrelang zusammen gearbeitet, ihn schon als Mitarbeiter angesehen. Außerdem soll so eine Ausführung eines Straftäters den anderen Menschen auf der Straße nicht direkt auffallen. Deshalb wird der Insasse auch in einem normalen Auto zum Ausflugsort gebracht, wird nur durch eine Kindersicherung davon abgehalten auszusteigen. Damit solche Fluchten nicht mehr passieren, fordert das NRW-Justizministerium jetzt härtere Sicherheitsmaßnahmen.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 13.01.2017 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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