Ich fahre einen Diesel – und nun?

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Diesel-Fahrverbot und was Sie aktuell tun können, wenn Sie ein Diesel-Fahrzeug besitzen, erfahren Sie hier.

Ich fahre einen Diesel - und nun? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Drohen Fahrverbote in den kommenden Jahren?
Sollten die Grenzwerte zur Luftreinhaltung weiterhin nicht eigenhalten werden können, sind die betroffenen Städte dazu verpflichtet bzw. können durch Gerichtsurteile dazu gezwungen werden, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Das könnten dann auch lokale und ggf. zeitlich begrenzte Fahrverbote sein. Inwieweit der Gesetzgeber darüber hinaus eine Verschärfung der bestehenden Umweltzonenregelung („Blaue Plakette“) vornimmt, ist ungewiss.

Ich besitze ein Diesel-Fahrzeug. Soll ich dieses so schnell wie möglich verkaufen?
Es ist nicht ratsam, überstürzt zu handeln – es gilt, den Einzelfall zu betrachten. Bei einem guten Angebot und der Notwendigkeit auch zukünftig mit dem Auto in Städte fahren zu müssen, die von einem Fahrverbot bedroht sind, sollte man den Fahrzeugwechsel jedoch in Erwägung ziehen.

Ich will mir ein neues Fahrzeug zulegen. Soll ich mir noch einen Diesel kaufen?
Wer weiterhin in städtische Umweltzonen fahren möchte, in denen neue Fahrverbote drohen, sollte sich für eine Alternative zum Diesel entscheiden oder aber mit dem Kauf eines Diesels noch warten, bis Fahrzeuge mit dem neuen Abgasstandard Euro 6d TEMP bzw. Euro 6d verfügbar sind. Denn es besteht das Risiko, dass wegen zu hoher Stickoxidemissionen mit gebrauchten oder aktuell neu zugelassenen Diesel-Fahrzeugen mittelfristig nicht mehr in alle Innenstädte gefahren werden darf. Erst ab der Schadstoffklasse Euro 6d TEMP bzw. Euro 6d sind die Fahrzeuge im Realbetrieb sauber. Hier ist das Risiko gering, in den nächsten Jahren in Deutschland in innerstädtische Fahrverbote einbezogen zu werden. EURO 6d TEMP wird erst ab 2019 für alle Neuwagen Pflicht. Solche Fahrzeuge werden von den Herstellern bisher kaum angeboten.
Wer keine Einfahrt in Umweltzonen plant, in denen es zu neuen Fahrverbote kommen könnte, muss keine Einschränkungen befürchten. Für einen Diesel spricht nach wie vor sein im Vergleich zum Benziner geringerer Spritverbrauch und CO2-Ausstoß.

Welche Fahrzeuge erhalten ein Softwareupdate?
Die beim „Diesel-Forum“ getroffene Vereinbarung, 5,3 Millionen Fahrzeuge der Emissionsklassen Euro 5 und Euro 6 mit einem Software-Update nachzurüsten, gilt aktuell nur für die Fahrzeuge der deutschen Pkw-Hersteller. Die meisten Dieselfahrzeuge, die eine aktualisierte Software bekommen, entfallen auf den Volkswagen-Konzern mit seinen Marken VW, Audi und Porsche. Auch Dieselautos von Daimler, BMW und Opel sollen durch ein Update weniger Schadstoffe ausstoßen. Die Softwareupdates sollen für die Halter kostenfrei sein. Bisher hat noch kein ausländischer Hersteller angekündigt, ebenfalls ein solches Updates anzubieten.

Was muss ich tun, um ein Softwareupdate zu bekommen?
Sie werden von Ihrem Hersteller angeschrieben, sobald Ihre Werkstatt das Update durchführen kann und über den weiteren Fortgang informiert.

Mein Fahrzeug hat die Emissionsklasse Euro 4 oder schlechter. Was ist damit?
Ein Softwareupdate bekommen nur Fahrzeuge deutscher Hersteller mit den Emissionsklassen Euro 5 und Euro 6. Bitte beachten Sie, dass die Ziffer „4“ auf der grünen Umweltplakette nicht der Emissionsklasse entspricht. Die Emissionsklasse ist auf der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) im Feld 14 vermerkt.

Sind weitere Maßnahmen geplant?
Derzeit nicht. Da allerdings davon auszugehen ist, dass die Softwareupdates alleine nicht ausreichen werden, um die Schadstoffgrenzwerte in Städten zukünftig einzuhalten, scheinen weitere Maßnahmen – sei es durch Hardwarelösungen an den Fahrzeugen oder auch durch die Städte – unumgänglich.

(Quelle: www.adac.de)

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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