Geld für Kultur

Wir mögen Kultur – davon gehen zumindest die Städte aus. Warum sonst sollten wir jährlich hohe Summen dafür ausgeben?

Geld für Kultur (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Beethoven-Stadt, NRW-Kulturmetropole — und ziemlich pleite. Trotzdem steckt die Stadt Bonn jedes Jahr 60 Millionen Euro in die Kultur. Brot und Spiele für zufriedene Bürger. Deshalb haben wohl auch fast alle NRW-Städte Millionen für Kultur übrig. Zum Beispiel Düsseldorf. Hier gibt die Stadt jährlich 129 Millionen Euro für Schauspielhaus und Co. aus. Das sind immerhin 217 Euro pro Einwohner.

In Siegburg kommen auf jeden Einwohner rechnerisch 9.330 Euro Schulden. Ein Spitzenwert in NRW. Trotzdem werden auch dieses Jahr wieder über drei Millionen Euro in Kultur gesteckt. Pro Kopf rund 74 Euro. Ähnlich sieht es in Duisburg aus. Die Stadt zahlt pro Einwohner 74,50 Euro an ihre Kulturbetriebe. In Bonn reicht das nicht mal für das Theater. Hier zahlt jeder Bürger rund 90 Euro Eintritt über die Steuern – ob er Schauspiel und Oper besucht — oder nicht.

Besonders krass: Oberhausen hat 1,9 Milliarden Euro Schulden, aber immer noch 20 Millionen Euro pro Jahr für Kultur übrig. Gespart wird an anderen Stellen. Demnächst werden 16 Spielplätze dicht gemacht. Das bringt aber gerade einmal 76.000 Euro pro Jahr.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 16.01.2017 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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