Fußfesseln für Gefährder?

Nach dem Terroranschlag von Berlin reißen die Diskussionen um die Sicherheit in Deutschland nicht ab. Der Bundesjustizminister Heiko Maas hat jetzt elektronische Fußfesseln gefordert. Die gibt es vereinzelt schon für verurteilte Straftäter – aber das soll sich ändern. Auch islamistische Gefährder – also die, die möglicherweise einen Terroranschlag planen, will man künftig überwachen.

Fußfesseln für Gefährder? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Mit einer Fußfessel könnten Gefährder von der Polizei in Echtzeit überwacht werden, bis auf einen Meter genau. Auch Berlin-Attentäter Anis Amri hätte so observiert werden können.

Genau drei Wochen nach dem Terror-Anschlag in Berlin will Bundesjustizminister Heiko Mass jetzt Fußfesseln. Alleine in Nordrhein-Westfalen leben zur Zeit laut Behörden knapp 250 islamistische Gefährder.

Der Berlin-Attentäter Anis Amri hatte keine Fußfessel. Obwohl er als Gefährder galt. Mit einer Fessel können individuelle Sperrzonen, wie zum Beispiel Flughäfen, Atomkraftwerke oder Großveranstaltungen eingerichtet werden. Bedeutet: Nähert sich die überwachte Person dem verbotenen Gebiet, wird ein Alarm ausgelöst. Auch wenn die Fußfessel gewaltsam abgenommen wird, werden die Behörden sofort alarmiert und können eingreifen. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière, heute zu Besuch im muslimischen Familienbildungswerk Köln, hatte sich für den Einsatz von Fußfesseln ausgesprochen. Morgen will er sich mit Maas treffen, er erwartet „gute Ergebnisse“.

Bereits jetzt werden Gefährder teilweise ständig überwacht. Die Kosten dafür pro Tag: Knapp 2.700 Euro. Eine Überwachung per Fußfessel wäre fast einhundert Mal billiger. Die würde täglich nur 28 Euro kosten.

In einem sind sich fast alle einige: Fußfesseln wären eine Hilfe für eine bessere Überwachung für mutmaßliche Attentäter in NRW und deutschlandweit.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 09.01.2017 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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