Bomben-Attentat kein Terror?

So sieht es der Generalbundesanwalt, wie heute beim Prozess gegen die Tempel-Bomber bekannt wurde. Auch wenn die Jugendlichen einen Anschlag im Namen von ISIS verübt haben, wurde keine Anklage wegen Terrorismus erhoben.

Bomben-Attentat kein Terror? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Die Explosion fordert wie durch ein Wunder keine Toten. Als die selbstgebaute Bombe am 16. April in einem Sikh Tempel in Essen hochgeht werden aber drei Menschen verletzt, einer sogar schwer. Dafür müssen sich heute drei Jugendliche vor dem Landgericht Essen verantworten. Alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und verspätet, weil das Gericht vergessen hat, einen der Angeklagten aus der U-Haft abzuholen. Unter den Angeklagten auch Yusuf T., er soll der Anführer der Gruppe sein.

Yussuf T. und seine Freunde sollen in einer WhatsApp Gruppe ihre Opfer „dreckige Kuffar“ als Unbläubige und sich selbst „unterdrückte Kämpfer“ genannt haben und weiter sollen sie geschrieben haben, ihr Ziel sei es gewesen Ungläubige zu töten. Direkt vor dem Anschlag sollen sie in der Essener Assalam Moschee  gebetet haben, heisst es. Yusuf T. soll außerdem Korane verteilt haben, eine 15-Jährige in einer Hinterhof-Moschee mit Burka geheiratet haben und einer jüdischen Mitschülerin mit Genickbruch gedroht haben. Und trotzdem entscheidet der Generalbundesanwalt und das Landgericht Essen, Yusuf T. und seine Mittäter müssen sich wegen versuchten Mord und gefährlicher Körperverletzung verantworten – aber eben nicht wegen Terrorismus. Auf Nachfrage von Sat.1 NRW sagt man uns die Tat sei nicht direkt einer terroristischen Vereinigung zuzuordnen. 
Yusuf T. hat bereist vor dem Verfahren heute einen Schadensersatz an die Opfer gezahlt und einen Entschuldigungsbrief an die Sikh-Gemeinde geschrieben. Entschuldigungsversuche seines Anwalts

. Obwohl Yussuf T. sogar beim landesweiten Präventionsprojekt „Wegweiser“ betreut wurde. Bei den Angeklagten soll nach den Anschläge außerdem insgesamt weitere sieben Kilo an Bombenzutaten gefunden worden sein. Nach Jugendstrafrecht droht den Angeklagten jetzt bis zu zehn Jahre Haft.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 07.12.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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