Bauer gegen RWE

Der Klimawandel ist bei uns in Nordrhein-Westfalen auch spürbar. Die letzten Tage waren ein gutes Beispiel mit den 15 Grad. In anderen Ländern der Welt sind die Auswirkungen noch drastischer. Und dafür macht man uns Deutsche verantwortlich. Heute kam ein kleiner Bauer aus dem 10.000 Kilometer entfernten Peru nach Essen um gegen RWE zu klagen.

Bauer gegen RWE (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

So friedlich und doch so bedrohlich: Dieser Bergsee hält Saul und seine Familie hier in den Anden von Peru in ständiger Angst. Angst davor, dass sich der See und das dazugehörige Flüsschen eines Tages in einen reißenden Strom verwandelt – weil der Klimawandel den Gletscher darüber immer weiter schmelzen lässt.

Saul Luciano Lliuya: „Es sind große Eisblöcke über dem See, die können jederzeit als Lawine abgehen, doch niemand weiß wann. Das wäre eine Katastrophe.“

Der peruanische Landwirt und Bergführer will dabei nicht tatenlos zusehen. Zusammen mit der Organisation German Watch und einer deutschen Anwältin will er das scheinbar Unmögliche möglich mache – Das Gericht in Essen soll RWE schuldig sprechen. Weil der Energiekonzern 0.5 % des Klimawandels verursache. Der Energieriese soll dann auch 17.000 Euro zahlen um eine Art Deich in Peru zu bauen. Es wäre das erste Mal, dass ein Weltkonzern für den Klimawandel verantwortlich gemacht würde.
Es ist ein Kampf David gegen Goliath.
Saul Luciano Lliuya: „Für mich ist heute ein sehr wichtiger Tag in meinem Leben. Und das freut mich.“

Auf die Unterstützung vieler Umweltschützer kann er hier zählen. Doch kann ein einzelnes Unternehmen für den globalen Klimawandel verantwortlich gemacht werden?
Sauls Anwältin meint in diesem Fall ja.
„Mein Kläger hat keine Alternativen, außer ansonsten wie ein Kaninchen vor der Schlange zu warten, dass sein Haus überschwemmt wird.“

Der Essener Energieriese fühlt sich hingegen nicht und schon gar nicht allein verantwortlich für die drohende Gletscherschmelze.

„Das Weltklima ist ein viel zu komplexes Phänomen an dem in aller Welt Quellen mitwirken und es beeinflussen. Energie, Verkehr, Landwirtschaft und viele mehr. Das ist viel zu Komplex als das man die für diesen Fall nötige Eindeutigkeit herstellen könnte“, so ein RWE-Sprecher

Das Essener Landgericht will Mitte Dezember verkünden ob es mit dem Prozess weiter geht oder die Klage direkt abgewiesen wird. Viel Hoffnung, dass das Gericht für Saul entscheidet gibt es aber nicht.

In Peru werden er uns seine Familie jedoch erstmal weiter täglich mit der Angst leben, dass Sie eines Tages bei einer großen Flut ihr Hab und Gut oder sogar ihr Leben verlieren.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 24.11.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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