Anis Amri – und wo er überall war

Das NRW-Innenministerium hat heute einen Bericht veröffentlicht, der weitere und interne Details über den Fall Anis Amri preisgibt…

Anis Amri - und wo er überall war (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

HIER geht’s zum kompletten Bericht des NRW-Innenministeriums „Offene Fragen zum Fall Anis Amri“.

Um Anis Amri kraft des Paragraphen 58 des Aufenthaltsgesetzes abzuschieben, hätte der NRW-Innenminister nach eigener Darstellung sehr genau wissen müssen, was der Terrorist vor hatte.
Das geht aus einem Bericht von Ralf Jäger (SPD) an den Innenausschuss auf Fragen der CDU hervor.
Auf die Frage mit der Nummer B11: „Wie definiert der Minister den Begriff ,aktuelle Anschlagsplanung‘? Wann würde er von einer aktuellen Planung sprechen?“ antwortet der Innenminister:
„(…) wenn konkrete Hinweise vorliegen, in denen Tatzeit, Tatort und/oder Tatmittel sowie ggfls. mögliche Mittäter bekannt werden. Diese lagen bis 19.12.2016 nicht vor.“
In der nächsten Frage wird die CDU konkreter: „Was muss neben der Informationsbeschaffung zu Bombenbau und Sprengstoffherstellung, dem Bemühen um eine Schusswaffe und dem Angebot an den IS, als Selbstmordattentäter zu fungieren, noch vorliegen, damit die Anschlagsplanung eines gewaltbereiten Salafisten, der sich konspirativ verhält und mit 14 Alias-Namen durchs Land reist, aus Sicht von Innenminister Jäger aktuell wird?“
Darauf unter anderem: „Es wird auf die Antwort zu Frage B11 verwiesen (…)“. 
Das heißt: In dem Bericht legt Jäger dar, dass er die die Abschiebehaft von Amri nur hätte anordnen können, wenn er genau gewusst hätte: Amri schlägt am 19. Dezember um ca. 20 Uhr auf dem Breitscheidtplatz in Berlin mit einem LKW zu.
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Quelle: Innenministerium NRW
Zudem zeigt der Bericht in einem Schaubild, wo Amri ab August 2015 in NRW war, wann er nach Berlin gereist ist, wann er zurückgekommen ist, in welchen Städten (Dortmund, Dinslaken, Emmerich, Kleve und anderen) er war. Alle gelben Felder sind NRW Städte. Allerdings hat die Tabelle auch große Lücken. Sie zeigt aber, dass Amri Ende August 2016 für neun Tage in Haft in der JVA Ravensburg gesessen hat. Am Montag hatte es noch geheißen, dass er dort nur zwei Tage gewesen sei. Am 28. Oktober 2016 wird das Handy des Terroristen im Raum Berlin/Brandenburg geortet.
Danach zeigt die Tabelle nur noch den Eintrag vom 19. Dezember: „Anschlag Berlin“. 
(dy)

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 17.01.2017 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: NRW Innenministerium, SAT.1 NRW,

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