Abkommen zu Thiange

Die Angst vor einer Atomkatastrophe an der Deutsch-Belgischen Grenze wächst. Dort, 60 Kilometer von Aachen entfernt, bröckelt das Kernkraftwerk Tihange vor sich hin. Angeblich sind rund 2000 kleine Risse im Reaktor. Heute wurde in Brüssel ein Atomabkommen zwischen Deutschland und Belgien unterschrieben.

Also der große Wurf ist das nicht. In Aachen und der ganzen Grenzregion wartet man doch aber seit Ewigkeiten auf ein positives Signal. Wie groß ist da denn jetzt die Enttäuschung heute?

Abkommen zu Thiange (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

SAT.1 NRW-Reporterin Sina Saborowski klärt auf –  wird an den kaputten Kraftwerken nun endlich was gemacht?

Sina Saborowski, SAT.1 NRW-Reporterin: Nein, also mit dem ab heute geltenden Abkommen wurde jetzt weder bewirkt, dass die Kraftwerke abgeschaltet werden, noch dass sie in irgendeiner Weise repariert werden. Was man jetzt heute erreicht hat, ist: Dass man eine Kommission gegründet hat, die für einen Informationsaustausch zwischen Belgien und Deutschland sorgen soll. Das heißt, man wird sich da einmal im Jahr zusammensetzen und dann über Sicherheit, Erfahrungen und auch Entsorgung reden und man wird auch mal die Kraftwerke des jeweils anderen besuchen. Aber selbst die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die ja heute das Abkommen unterschrieben hat, gibt zu, dass das jetzt nur ein kleiner Schritt war.

Also der große Wurf ist das nicht. In Aachen und der ganzen Grenzregion wartet man doch aber seit Ewigkeiten auf ein positives Signal. Wie groß ist da denn jetzt die Enttäuschung heute?

Sina Saborowski, SAT.1 NRW-Reporterin: Ja, die Enttäuschung ist natürlich da. Aber man muss auch sagen, dass man jetzt in Aachen nicht unbedingt dachte, dass heute durch das Abkommen eine Stilllegung der Kraftwerke erreicht wird. Aber trotzdem ist man natürlich sauer,und meint Frau Hendricks hätte sich den Weg nach Brüssel heute auch sparen können.

NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat sich heute auch dazu geäußert und betonte noch einmal wie wichtig es sei, dass man überhaupt miteinander diskutiert. Trotzdem hatte auch die Landesregierung zusammen mit der Städteregion Aachen Klage gegen die Wieder-Inbetriebnahme der Kraftwerke eingereicht. Und daran wird man festhalten. Die Städteregion wird am Donnerstag in Brüssel erneut Klage einreichen, um eben die Stilllegung der belgischen Bröckelreaktoren einzufordern.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 19.12.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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