Türkeireise gebucht?

Das müssen Urlauber jetzt wissen

Türkeireise gebucht? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Durch den Putschversuch und der damit einhergehenden Aufruhr ist eine Reise in die Türkei zurzeit nicht die erste Wahl. Viele Urlauber haben jedoch bereits eine Reise gebucht, doch jetzt Bedenken. Rechtsanwalt Arndt Kempgens klärt deshalb über Ihre Rechte und Möglichkeiten auf.

Laufende Reisen

Bei aktuell von Veranstaltern / Fluggesellschaften abgesagte Reisen / Flügen bekommen die Kunden ihr Geld ohne Storno zurück.

 Wer gerade in Türkei ist und nicht zurückfliegen kann, bekommt den Reiseteil zurück, den er nicht bekommt (z. B. Rückflug). Die Gesellschaften versuchen, eine Ersatzmöglichkeit zu bieten.

Wenn die Reisenden auf eigene Kosten zurückreisen, haben Sie keinen Anspruch auf die Mehrkosten / Schadenersatz gegen den Veranstalter bzw. die Fluggesellschaft. Nach den AGB der Gesellschaften sind solche Ansprüche bei Putschversuchen -zulässigerweise- ausgeschlossen.

Also: Ruhe bewahren und mit dem Veranstalter Kontakt halten. Geld zurück später klären.

Gebuchte Reisen, die noch bevorstehen

 Es handelt sich um Reiseverträge gemäß § 651a BGB. Wann und unter welchen Bedingungen ich vom Vertrag zurücktreten kann, ergibt sich aus den AGB, dem Kleingedruckten.

Bei Putschversuchen / Inneren Unruhen / Terrorakten im Land hängt das Rücktrittsrecht meist von Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ab. Wenn eine Reisewarnung offiziell abgeben wird, kann man in den allermeisten Fällen vom Vertrag gegen volle (!!!) Erstattung des Reisepreises zurücktreten. Zur Stunde liegt keine Reisewarnung für die Türkei vor.

 Wenn keine Reisewarnung vorliegt, ist die Rechtslage umstritten. Ob man kostenlos vom Vertrag zurücktreten kann, hängt dann von der Intensität der tatsächlichen Bedrohung / Gefährdungslage ab. Einige Urteile erlauben auch bei niederschwelligerer Bedrohungslage bereits eine kostenlose Stornierung.

 Wenn das nicht funktioniert bleibt nur der Weg über die im Vertrag geregelte Stornierungsmöglichkeit. Dann muss der Reisende aber Teile des Reisepreises, also Stornokosten, zahlen. Reisende sollten daher, wenn sie ihre Reise nicht antreten wollen, vom Vertrag unter Verweis auf die unklare Situation vom Vertrag zurücktreten. Wenn der Veranstalter das nicht akzeptiert, müsste gegebenenfalls bei Gericht die Berechtigung / Nichtberechtigung des Stornierungskosten-Anteils geklärt werden.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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