Irakische Familie muss weg aus NRW

Die Al Gburi haben es sich schön gemacht, Papa Omar hat Bilder aufgehängt und Mama Ruweida ihre Küche eingerichtet – sie haben sich in Herdecke eingelebt. Bleiben kann die irakische Familie nicht, sie muss zurück nach München – ins Asylbewerberheim.

Irakische Familie muss weg aus NRW (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Papa Omar wollte in Herdecke bald einen Job als Gabelstaplerfahrer anfangen, hat dafür extra den Staplerführerschein gemacht und schon ganz offiziell ein Stellenangebot gehabt. Die drei Kinder gehen hier zur Schule, haben Freunde gefunden. Die 12-jährige Hajir kommt nach den Ferien auf die Realschule.

Die Bezirksregierung Arnsberg bleibt hart, da Papa Omar bereits vor fünf Jahren einen Asylantrag in Bayern gestellt hat: Nach Deutschland nachkommende Familienangehörige durchlaufen stets ein Asylfolgeverfahren, das jeweils an den Asylerstantrag gekoppelt ist. Damit gibt es für die Bezirksregierung Arnsberg keinen juristischen Spielraum für eine aus Arnsberg veranlasste, legale Zuweisung nach Herdecke.

Das im Jahr 2011 in Bayern begonnene Verfahren muss auch in Bayern rechtskräftig beendet werden. Wir bedauern die Härte dieses Falls, möchten jedoch auch noch einmal betonen, dass alle nach Deutschland geflüchteten Menschen nach der gültigen Rechtslage zu behandeln sind. Für Familie Al Gburi bedeutet das: Koffer packen – Zurück auf Anfang. Und erstmal wieder nur davon zu träumen, endlich irgendwo wirklich anzukommen.

Schlagwörter: Arbeit, Asyl, Bayern, Bürokratie, Deutschland, Flüchtlinge, Flüchtlingspolitik, Herdecke, Integration, Irak, Job, Migration, Reise, Umzug, Unterkunft, Unterkünfte, Wohnung

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 12.07.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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