300.000 offene Asylanträge

Folge: Städte bereits über Belastungsgrenze

NRW-Innenminister Ralf Jäger will die Städte über Weihnachten und Silvester entlasten. Doch ein Zuweisungsstop wird die Probleme nicht lösen.

300.000 offene Asylanträge (Foto: Boris Roessler / dpa)

Über 10 000 unbegleitete Flüchtlingskinder sind in NRW angekommen. Foto: Boris Roessler/ArchivBild: Boris Roessler / dpa,

Muss die Regierung eingreifen, um die Asylproblematik schneller in den Griff zu bekommen?

300.000 Asylanträge sind unbearbeitet. Das Bundesamt für Migration wird dafür kritisiert. 4000 neue Stellen ab Januar seien zu wenig.

Vredens Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch hatte für Aufregung gesorgt, als er Ende November einen Brandbrief an die Bezirksregierung schrieb. Er hatte, so direkt wie bisher kein anderes Stadtoberhaupt zuvor, einen Hilferuf geschrieben und die Auswirkungen der Flüchtlingskrise vor Ort dargestellt. Dazu wurde eine sogenannte „Überlastungsanzeige“ gestellt. Rund 40 Städte haben das in NRW bereits getan und danach eine Woche lang keine Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Doch in Vreden wird klar, dass reicht kaum zum verschnaufen. Gut, dass bald weitere 10 Tage Pause hinzukommen werden. Das hat NRWs Innenminister Ralf Jäger angekündigt. Er will die Kommunen über Weihnachten und Silvester zusätzlich entlasten und hat einen zehn Tage langen „Zuweisungsstop“ angekündigt. Währenddessen wirft der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Bundesinnenminister Thomas de Maizière Versagen vor. Grund ist der große Stau an Asylanträgen, der sich beim Bundesamt für Migration angesammelt hat. Mehr als 300.000 Asylanträgen sind derzeit unbearbeitet. Hinter jedem Antrag steht ein Flüchtling, der ohne Klarheit über seine Zukunft in einer der Unterkünfte wartet. Je länger das BAMF mit der Bearbeitung braucht, desto schlimmer wird die Situation in den Städten und Gemeinden.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Boris Roessler / dpa,

Jetzt Mitreden!

    Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.

    *