Woelki schießt gegen de Maizière

Kardinal Woelki besuchte heute Flüchtlingsheim in Köln

Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki kritisiert die Beschränkung des Familiennachzugs für Kriegsflüchtlinge. „Das ist einfach zutiefst unmenschlich.“

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Woelki schießt gegen de Maizière (Foto: Oliver Berg / dpa)

Kardinal Rainer Maria Woelki äußerte Kritik an dem Asylkompromiss. Bild: Oliver Berg / dpa,

Kardinal Rainer Maria Woelki hat heute bei einem Besuch eines Flüchtlingsheims der Caritas in Köln den Asylkompromiss der Bundesregierung scharf kritisiert.

Kölns Kardinal ärgert sich über den Vorschlag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Syrer sollen nur noch ein Jahr in Deutschland bleiben dürfen. Außerdem sollten Kriegsflüchtlinge nicht mehr ihre Familien nach Deutschland nachholen. „Der aktuelle Kompromiss der großen Koalition wird für Flüchtlingsfamilien fatale Auswirkungen haben“, sagte Woelki. „Bisher hatten sich oft Männer auf die gefährliche Reise nach Europa gemacht. Nun dürfen diese ihre Familien nicht nachholen. (…) Das ist einfach zutiefst unmenschlich.“

Dürften Frauen und Kinder nicht mehr nachkommen, würden viele versuchen, auf illegalen und gefährlichen Wegen nach Deutschland zu kommen, warnte Woelki. Das würde unweigerlich dazu führen, dass wieder Menschen im Mittelmeer ertrinken würden.

Kardinal Woelki weiter: „Politische Äußerungen, die den Stolz auf die schärfsten Regeln zur Begrenzung von Flüchtlingszahlen zum Ausdruck bringen, stimmen mich mehr als nachdenklich, denn wir müssen die Würde jedes einzelnen Menschen auf der Flucht achten.“ Damit kritisiert er Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der der Meinung ist, dass es nun die „schärfsten Regeln zur Flüchtlingsbegrenzung“ gäbe.

Erst am Donnerstag hatten sich die CDU, CSU und SPD auf ein umfassendes Asylpaket geeinigt.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Oliver Berg / dpa,

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