Wo ist der schlimmste NRW-Bahnhof?

NRW geht bei den Preisen für die besten Bahnhöfe leer aus

Die besten Bahnhöfe liegen in Hessen und Thüringen – die Haltestellen in NRW sind eher pfui als hui. Woran liegt’s?

 Wer mehr wissen will schaut 17:30 Uhr SAT.1 NRW.
Wo ist der schlimmste NRW-Bahnhof? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Die Bahnhöfe des Jahres sind gekürt: Marburg an der Lahn erhält die Auszeichnung für eine Umgestaltung, die den Autoverkehr weitgehend verbannt. In Thüringen wird die liebevolle Pflege einer Bergbahn gewürdigt.

Die Stationen im hessischen Marburg und der Oberweißbacher Bergbahn im Thüringer Wald sind die Bahnhöfe des Jahres 2015. Der Lobby-Verein Allianz pro Schiene wählte sie am
Mittwoch als kundenfreundlichste Bahnhöfe Deutschlands aus.

Den neobarocken Bahnhof der Universitätsstadt Marburg habe ein Umbau und ein neuer, großzügiger Vorplatz zu einer «hellen, stillen Alltagsschönheit verwandelt», befand die Jury aus sechs Vertretern
von Verkehrsclubs und Fahrgastverbänden. Zuvor sei er ein dunkler, vom Autoverkehr umbrauster Ort gewesen. Nun kämen auf dem Vorplatz Fußgänger, Radfahrer, Busreisende und Autofahrer gleichberechtigt zum Zug. Das 1909 eröffnete Empfangsgebäude wird täglich von rund 11 000 Reisenden und Besuchern genutzt. Es gehört zum Teil der Deutschen Bahn, zum Teil einer Wohnungsbaugesellschaft.

An der prämierten Standseilbahn im Thüringer Wald gefiel den Juroren die Kombination aus raffinierter Ingenieurskunst, lieblicher Landschaft und herzlichen Mitarbeitern. Die Bahnhöfe
Obstfelderschmiede (Talstation) und Lichtenhain (Bergstation) hätten «alles, was ein Tagestourist braucht», inklusive Bahnmuseum und bewährten Thüringer Speisen. Die Oberweißbacher Bergbahn im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wurde 1923 eröffnet und gilt als Deutschlands steilste Standseilbahn. Sie führt über 1,38 Kilometer durch eine Schlucht und bietet Ausblicke aufs Umland.

NRW geht leider leer aus. Hier beschweren sich viele Pendler immer wieder über dreckige, dunkle, nicht behindertengerechte Bahnhöfe.

In der Allianz pro Schiene sind 22 Organisationen zusammengeschlossen, darunter Naturschutz-, Umwelt-, Verkehrs- und Verbraucherverbände. Die Auszeichnung «Bahnhof des Jahres» wird seit
2004 vergeben. Bahnfahrer können Vorschläge machen. Anhand einer Checkliste besichtigt die Jury einige Bahnhöfe und nimmt etwa das Ambiente, die Anbindung an den übrigen Nahverkehr sowie
Serviceleistungen in Augenschein. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lobte das Engagement der Sieger: «Attraktive Bahnhöfe sind eine Gewinn für jede Gemeinde und hoch geschätzt bei allen Bahnkunden.» (dpa)

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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