Wenn der Urlaub zur Tortur wird

Urlauber aus NRW sitzen seit Dienstag in Phuket fest

Eurowings hat die Reisenden noch bis morgen vertröstet. Immer wieder gibt es andere Gründe, warum der Flieger nach Deutschland nicht starten kann.

 Mehr dazu heute um 17:30 in SAT.1 NRW!
Wenn der Urlaub zur Tortur wird (Foto: SAT.1 NRW)

Die wartenden Passagiere des Flugs EW121 im Boardingbereich am Flughafen in Phuket.Bild: SAT.1 NRW,

Erst ist es ein technisches Problem mit der Tankanzeige, dann Probleme mit der Geschwindigkeitsanzeige. Auch der Ersatzflieger hat technische Defekte. Deshalb sitzen jetzt rund 300 Urlauber in Thailand fest.

Eigentlich sollte die Maschine aus Phuket schon am Dienstag um 14:10 Uhr landen, aber der Flug EW121 ist noch immer nicht in Köln/Bonn angekommen.

Wir haben Kontakt mit Fluggästen, die noch immer in Südthailand sitzen. Eurowings vertröste sie die ganze Zeit nur – die Kommunikation sei eine Katastrophe. Immerhin habe man die gestrandeten Urlauber jetzt in ein Hotel gebracht, allerdings in ein unzumutbares, wie uns die Reisenden mitteilen. Schimmel in den Zimmern, ekelerregendes Essen und gefährliche Baustellen in der Anlage – das soll Eurowings den Urlaubern vermittelt haben.

Über Facebook versuchen die gestrandeten Urlauber Kontakt zu Eurowings herzustellen – anders erreiche man die Fluggesellschaft kaum, so die Reisenden. Eurowings selbst äußerte sich auf den Kommentar eines festsitzenden Fluggastes folgernder maßen: „Wir sind dabei, alle Gäste auf andere Airlines umzubuchen, um sie schnellstmöglich nach Hause zu fliegen. Wir informieren und betreuen unsere Gäste in Phuket bestmöglich und kümmern uns um die Buchungen, Transfers und Hotels.“. Nach Informationen der Passagiere vor Ort, wurden aber bisher nur Priority, Schwangere und Kinder umgebucht.

Einige Fluggäste haben jetzt schon selbstständig Flüge umgebucht, um so schnell wie möglich zurück nach NRW zu kommen und den Urlaub dann doch noch in guter Erinnerung behalten zu können.

Was kann ich tun, wenn ich auch mal betroffen bin? Hier die Tipps vom Anwalt:

Entschädigung:

Bevor man als geschädigter Fluggast direkt den Weg zum Anwalt wählt, sollte man sich zuerst an die Fluggesellschaft wenden. Dies geht meistens schon per Email. Am besten sollten Fluggäste der Fluggesellschaft auch direkt eine Zahlungsfrist setzen.

Als geschädigter Passagier habe ich in Fällen von solch extremer Verspätung IMMER Anspruch auf eine Fluggastentschädigung von pauschal 600 Euro. Sollte die Fluggesellschaft dieser Entschädigung nicht nachkommen, sollte ein Anwalt eingeschaltet werden.

Versorgung vor Ort:

Die Fluggesellschaft ist dazu verpflichtet ihre Passagiere vor Ort zu versorgen, auch für eine angemessene Übernachtungsmöglichkeit muss gesorgt werden. Entspricht das von der Fluggesellschaft organisierte Hotel nicht den allgemeinen Standards kann der Fluggast sich selbst um eine Unterkunft kümmern und die Kosten bei der Fluggesellschaft geltend machen.

Die Fluggesellschaft hat des Weiteren die Pflicht die Fluggäste schnell und ausreichend mit Informationen zu versorgen. Wenn die Informationen anderweitig eingeholt werden müssen, kann der Fluggast im auch dafür eine Entschädigung einfordern.

Probleme mit dem Arbeitgeber:

Der Arbeitnehmer hat seinen Urlaub grundsätzlich immer so zu planen, dass auch kleine Verzögerungen im Reiseablauft möglich sind und nicht auf Kosten der Arbeitszeit gehen. Bei solch extremen Verspätungen, wie im jetzigen Fall, hätte der Arbeitnehmer das Ausmaß aber nicht einschätzen können. Eine Abmahnung oder sogar Kündigung wäre in so einem Fall also nicht rechtens und könnte vor Gericht angefochten werden.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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