Verseuchtes Bier?

Viele Biersorten sind mit dem Pestizid Glyphosat belastet

Mehrere deutsche Biere sind einer Untersuchung des Münchner Umweltinstituts zufolge mit dem Pestizid Glyphosat belastet.

 Ein echter Aufreger! Mehr dazu: 17:30 SAT.1 NRW.
Verseuchtes Bier? (Foto: SAT.1 NRW)

14 beliebte Biermarken sind mit Glyphosat belastet.Bild: SAT.1 NRW,

Beim Test von 14 der beliebtesten Biermarken Deutschlands wurden Spuren des Unkrautvernichters gefunden. Die Werte lagen zwischen 0,46 und 29,74 Mikrogramm pro Liter und damit im extremsten Fall fast 300-fach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser von 0,1 Mikrogramm. Einen Grenzwert für Bier gibt es allerdings nicht. 

Auch Biere aus NRW betroffen

Die extremste Belastung bei dem Test hatte die Marke „Hasseröder Pils“ mit einem Glyphosatgehalt von 29,74 Mikrogramm pro Liter. Hoch belastet waren auch die Biermarken aus NRW-Brauereien wie Warsteiner Pils mit einem Wert von 20,73 Mikrogramm pro Liter, Veltins Pils mit 5,78, König Pilsener mit 3,35 und Krombacher Pils mit 2,99 Mikrogramm pro Liter.

„Glyphosat hat in unserem Körper nichts verloren!“

Das Pflanzengift steht im Verdacht, krebserregend zu sein. „Ein Stoff, der wahrscheinlich krebserregend ist, hat weder im Bier noch in unserem Körper etwas verloren“, erklärte Sophia Guttenberger vom Umweltinstitut. Der Deutsche Brauer-Bund kündigte eine Stellungnahme bis zum Mittag an. Marike Kolossa, Leiterin des Fachgebiets gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung im Umweltbundesamt, sagte dazu, da nach wie vor zwischen Experten nicht abschließend geklärt sei, ob Glyphosat Krebs beim Menschen erregen könne, sei eine Belastung des Menschen «nicht wünschenswert».

Angeblich keine Gefahr für Biertrinker

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hingegen sieht keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher. Glyphosatrückstände in Bier seien aus wissenschaftlicher Sicht plausibel und grundsätzlich erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff sei. Selbst die höchsten Werte von rund 30 Mikrogramm pro Liter seien jedoch so niedrig, dass die rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen mehr als 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltenden Aufnahmemengen, teilte das BfR mit. „Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken.“

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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