US-Internetseite schürt Angst vor Flüchtlingen

Ein Video aus Dortmund soll zeigen wie Flüchtlinge randalieren

Immer öfter hetzen Rechtsradikale mit erfundenen Geschichten gegen Flüchtlinge. Jetzt nutzt eine Propagandaseite aus den USA dafür ein Video aus Dortmund.

 Ein echter Aufreger! Mehr dazu: 17:30 SAT.1 NRW.
US-Internetseite schürt Angst vor Flüchtlingen (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Gestalten mit Kapuze attackieren ein Polizeiauto, schlagen mit Stöcken auf den Wagen ein— Flüchtlinge seien das, behauptet jetzt eine Propagandaseite aus den USA. Die Bilder, mit einem Handy aufgenommen, sind wacklig. Hunderte vermummte Menschen ziehen durch eine Straße in der Dortmunder Nordstadt. Am 19. September lädt die die US-amerikanische Facebook-Seite „The Modern American Revolution“ das Video hoch. Kommentiert das Ganze mit den Worten: Das passiere, wenn man „ausländische Invasoren“ ins Land lässt. Zu sehen gewesen seien die Szenen in Dortmund. Ähnliches komme auch auf Amerika zu, lasse US-Präsident Obama „diesen Leute“ in die Vereinigten Staaten. Schnell macht das Video die Runde. Tausende Menschen schauen sich das Video an, teilen es. Viele posten rassistische Kommentare. Doch die vermeintlich randalierenden Flüchtlinge sind gar keine. Es sind Linksautonome. Das Video auch nicht von vor einigen Tagen, sondern von 2011. Damals hatten Neonazis zu einem sogenannten „Antikriegstag“ in Dortmund versammelt. Über 10.000 Neonazi-Gegner hatten friedlich dagegen demonstriert. Aber auch 1500 Linksautonome, die Krawall machten. Mehr als 40 Beamte wurden verletzt. Nicht der einzige Fall, bei dem Rechtsradikale erfundene Geschichten nutzen um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Es vor kurzem gab es einen Fall in Lünen. Dort behaupteten Neonazis auf einer Propaganda-Seite eine Jugendliche sei von Flüchtlingen vergewaltigt worden. Dran ist an dieser Geschichte, wie an vielen anderen, rein gar nichts.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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