Tot-Raser verurteilt

Zwei Jahre und neun Monate Gefängnis für Audifahrer

Er raste mit 106 km/h in einer fünfziger Zone, verlor die Kontrolle und raste in den 26-jähirgen Gianluca. Der Kölner verliert sein Leben.

Tot-Raser verurteilt (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Zwei Jahre und neun Monate Haft plus drei ein halb Jahre Fahrverbot für den Tot-Raser – so hat das Kölner Landgericht heute entschieden. Der 27-jährige Fahrer war mit einem geliehenen Audi mitten in Köln unterwegs. Laut seiner Aussage hatte er das Gefühl 70 bis 80 km/h gefahren zu sein, tatsächlich waren es aber 106 km/h. Gianluca ist im Juni letzten Jahres mit seinem Fahrrad unterwegs, als der 27-Jährige angerast kommt und quer über die Fahrbahn schleudert. Der gemietete Audi erwischt Gianluca tödlich.

Gerechte Strafe?

Der 27-jährige Raser hatte keine Vorstrafen, war der Polizei nicht bekannt. Auch als Raser ist er vorher nie aufgefallen und gehört nach Ermittlungen auch keiner Szene für illegale Straßenrennen an. Der Angeklagte entschuldigte sich zudem während des Prozesses bei Gianlucas Mutter und gab zu, zu schnell gefahren zu sein.

Der Staatsanwalt forderte drei Jahre und sechs Monate Gefängnis. Dazu noch der Führerscheinentzug für fünf Jahre.

Die jetzige Haftstrafe ist also unter den Umständen eine recht gute. Trotzdem wird es wohl nicht genug sein, um zukünftig Raser abzuschrecken.

Immer mehr Raser unterwegs

Die Polizei hat im letzten Jahr rund 230 illegale Autorennen in NRW feststellen können. Die Dunkelziffer wird aber um ein vielfaches höher sein.

Auch Köln hat ein extremes Problem mit Rasern, die sich immer wieder überschätzen und sich illegale Rennen liefern. Erst wenige Wochen vor dem Tod von Gianluca, wurde eine 19-Jährige in Köln-Mühlheim von Rasern erfasst und starb.

Erst letzte Woche fuhren ein 46-jähriger und ein 33-jähriger in ein illegales Rennen in Hagen. Vier vollkommen unbeteiligte Personen, darunter zwei Kinder wurden dabei schwer verletzt. Michael Hoffmann, Polizeipräsident in Hagen hatte angekündigt, dass Justiz und Gesellschaft sich Raser und illegale Rennen nicht mehr lange gefallen lassen würden. Das Justizsystem würde sich dahingegen verändern.

Die Strafe im heutigen Prozess ist da schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Bisher wurden Raserdelikte, auch wenn jemand verletzt wurde, häufig nur mit Bewährungsstrafen geahndet.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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