Sollte Vergewaltigung vertuscht werden?

Neue Erkenntnisse zur Silvesternacht in Köln

Laut eines Medienberichts wollte das Innenministerium die Bezeichnung „Vergewaltigung“ aus dem Polizeibericht streichen lassen. Die Polizei soll sich geweigert haben.

 Den aktuellen Stand gibt´s 17:30 Uhr in SAT.1 NRW.
Sollte Vergewaltigung vertuscht werden? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Es wäre ein Weiteres unschönes Detail zur Silvesternacht in Köln, welches nun ans Licht kommt: Nach Recherchen der Zeitung „Express“ soll das dem Innenministerium unterstellte Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste nach Erhalt des Polizeiberichts im Präsidium angerufen und die Streichung des Wortes „Vergewaltigung“ gefordert haben. Der zuständige Kollege weigerte sich aber.

Weitergehend soll er gesagt haben, dass das vaginale und anale Einführen von Fingern schließlich eine Vergewaltigung sei, und es deswegen nicht gestrichen wird. Auch weitere Mails deuten laut der Zeitung auf die Anordnung aus dem Innenministerum. So gäbe es außerdem eine Mail mit dem Betreff: „Stornierungswunsch WE-Bericht“. Mit WE-Bericht, also WE für „Wichtiges Ereignis“, ist die Polizeimeldung an das Innenministerium gemeint.

Auch im Düsseldorfer Landtag schlagen die Nachrichten hohe Wellen. Gregor Golland (CDU), Mitglied des Innenausschusses und des Untersuchungsausschusses zur Silvesternacht, fordert Jägers Rücktritt. Das Innenministerium wies die Vorwürfe heute zurück: „Es ist falsch, dass die Vergewaltigung in der Silvesternacht in Köln verschwiegen werden sollte. Das Innenministerium hat am 1. Januar 2016 keinen Auftrag zur Stornierung der Wichtiges Ereignis(WE)-Meldung des Polizeipräsidiums Köln zu den Ereignissen in der Silvesternacht gegeben. Auch auf Formulierungen wurde kein Einfluss genommen. Die Überschrift der fraglichen WE-Meldung blieb unverändert“.

Innenminister Jäger hat zudem einen aktuellen Ermittlungsstand zur Silvesternacht veröffentlicht. Demnach wurden 153 Täter ermittelt, darunter 149 Ausländer. Zwei Drittel der Täter stammte aus Algerien oder Marokko. Die Zahl der Opfer ist auf 1218 gestiegen. Auch in anderen Städten gab es Vorfälle. In Düsseldorf sind es mittlerweile 177 Straftaten, davon 118 Sexualdelikte. In Dortmund ist es zu 30 Anzeigen gekommen, in Bielefeld sind es 20.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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