Silvester-Tatverdächtiger frei gesprochen

Keine Beweise für versuchte sexuelle Nötigung

Heute stand der erste Tatverdächtige des Sexmobs der Silvesternacht in Köln vor Gericht. Aus Mangel an Beweisen konnte das Gericht ihm nichts zur Last legen.

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Silvester-Tatverdächtiger frei gesprochen (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Brauchen wir härtere Strafen für (versuchte) sexuelle Nötigung?

Heute wurde der erste Sexmob-Tatverdächtige der Kölner Silvesternacht freigesprochen. Der Grund: Keine Beweise.

Der Ausgang des ersten Prozesses zu den Silvester-Übergriffen in Köln geht ernüchternd zu ende.

Der 26-Jährige Algerier war angeklagt wegen versuchter sexueller Nötigung und Diebstahls. Doch die Staatsanwaltschaft konnte ihm nicht nachweisen, dass er zu einer der Gruppen gehörte, die Frauen in der Silvesternacht sexuell bedrängt und beklaut haben sollen.

Opfer erkennt Angeklagte nicht wieder

Erschwerend kam heute noch hinzu, dass das Opfer den Angeklagten Farouk B. nicht identifizieren beziehungsweise wiedererkennen konnte, so die Staatsanwältin heute vor dem Kölner Amtsgericht. Zu dem geklauten Handy des Opfers ließ Farouk B. über seinen Anwalt mitteilen, dass er das von einem Bekannten gekauft habe.

Verurteilt wurde der 26-Jährige aber dennoch. Wegen Hehlerei und wegen eines Autoaufbruchs, bei dem er bereits vor der Kölner Silvesternacht auf frischer Tat ertappt wurde. Das Gericht verurteilte Farouk B. zu sechs Monaten auf Bewährung.

Seit Anfang des Jahres sitzt der Algerier schon in Untersuchungshaft und wird auch nach Ausgang des heutigen Gerichtsprozesses nicht frei kommen. Farouk B. soll nach Algerien abgeschoben werden.

Verschärfung des Sexualstrafrechts

Viele Politiker, allen voran Bundesjustizminister Heiko Maas, fordern eine klare Verschärfung und härtere Bestrafung.  Anwalt Thorsten Hönnescheidt aus Dortmund, ist auch für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts, aber er sieht auch die Probleme die das hervorrufen könnte. Denn sollte es eine Gesetzesverschärfung geben, würde auch das Anfassen auf Events wie dem Kölner Karneval bereits als sexuelle Nötigung gesehen. „ Das würde zu einer Kriminalisierung des einfach Grabschers führen.“, so der Anwalt.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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