„Ich hatte keine Todesangst!“

Köln: OB Reker tritt nach Attentat ihr Amt an

Mitte Oktober stach ein Mann Henriette Reker an einem Wahlkampfstand nieder. Nun kämpft sie sich zurück ins politische Leben und beginnt heute ihren Dienst.

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"Ich hatte keine Todesangst!" (Foto: SAT.1 NRW)

Kölns OB Henriette Reker heute bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt. Bild: SAT.1 NRW,

„Ich habe das Glück gehabt, einen Mordanschlag überlebt zu haben. So etwas geht normalerweise tödlich aus.“ Ihre Stimme klingt normal. Fest und sicher. Und das obwohl sie vom Attentäter lebensgefährlich am Hals verletzt wurde. Der Stich durchtrennte ihre Luftröhre komplett. Bei einer Messerattacke Mitte Oktober wurde die neue Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) schwer verletzt. An einem Wahlkampfstand wurde sie niedergestochen. Mit lebensgefährlichen Verletzungen kam sie ins Krankenhaus, lag im künstlichen Koma. Ihr Genesungsprozess sei zuletzt erfreulich vorangeschritten, erklärte die Stadt. Die Ermittler werfen dem Angreifer fremdenfeindliche Motive vor. Denn: Reker hatte sich zuvor in ihrem Job als Sozialdezernentin um Flüchtlinge in Köln und deren Aufnahme gekümmert. Am Tag nach dem Attentat war sie gleich im ersten Wahlgang mit 52,7 Prozent der Stimmen zur Oberbürgermeisterin von Köln gewählt worden. Die Wahl nahm sie im Krankenhaus an.

Heute zeigt Reker sich zum ersten Mal der Öffentlichkeit, tritt ihren Dienst als Oberbürgermeistern im Rathaus an und hielt am Vormittag eine Pressekonferenz. Dabei erzählte sie ganz ruhig von dem Attentat. „Ich war keine Sekunde bewusstlos, hatte keine Todesangst. Aber ich hatte Sorge, dass ich gelähmt bleibe.“ Und weiter: „Der Täter hat mich gefragt, ob er auch eine Rose bekommen könnte. Dann hat er das Messer rausgeholt und zugestochen. Dabei hat er gelächelt.“ Zum Täter sagt sie, dass sie im Moment das Strafverfahren abwarte und nach einer Zeit könnte eine Täter-Opfer-Begegnung stattfinden. Aber so weit wäre sie jetzt noch nicht. Reker bedankte sich auch für die Anteilnahme der Bürger von Köln nach dem Attentat: „Ich habe hunderte Briefe, Mails und SMS bekommen. Ich hatte das Gefühl, die Kölner haben das als Angriff auf ihre Stadt empfunden.“

Gegen halb eins endete die Pressekonferenz. Reker schließt mit den Worten: „Ich wollte sie daran erinnern: Heute Abend geht es um Herta Müller, nicht um mich“, sagt sie mit dem Verweis auf die Verleihung des Heinrich-Böll-Preises an die Nobelpreisträgerin im Rathaus am Abend. Die offizielle Amtseinführung von Henriette Reker soll am 15. Dezember stattfinden. Wir wünschen ihr alles Gute!

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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