Politiker warnen vor Türkei-Demo

Am Sonntag werden 15.000 Demonstranten erwartet

NRW-Politiker warnen vor der anstehenden Demo von 15.000 Erdogan-Anhängern in Köln. Der Konflikt zwischen Gegnern und Fans des umstrittenen Staatspräsidenten sollte nicht nach NRW importiert werden, heißt es.

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Politiker warnen vor Türkei-Demo (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Darf so eine Demonstration in NRW stattfinden?

NRW-Politiker sind wegen der anstehenden Demonstration von Erdogan-Anhängern am Sonntag in Köln besorgt. 15.000 Menschen werden erwartet.

Für die geplante Pro-Erdogan-Demonstration am Sonntag in Köln haben sich Massen angekündigt: Mindestens 15.000 Anhänger des türkischen Präsidenten wollen sich dort treffen, um gegen den Putschversuch zu demonstrieren. Bereits in der Nacht nach dem versuchten Putsch waren tausende türkischstämmige Bürger in vielen Städten auf der Straße. Zum Großteil verliefen die Demonstrationen friedlich, doch leider nicht überall: In Gelsenkirchen wurde beispielsweise die Scheibe eines Cafes eingeschlagen, dessen Besitzer der Gülen-Bewegung nahestehen soll. Der Prediger Fethullah Gülen ist ein großer Kritiker Erdogans. Er wird auch vom Präsidenten für den Putschversuch verantwortlich gemacht. Oft kommt es zu Konflikten, wenn Erdogan-Anhänger und -Gegner aufeinander treffen.

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach aus Bergisch-Gladbach warnt deshalb vor der anstehenden Demo. Es haben sich bereits Gegendemonstrationen angekündigt. Seine Sorge, dass es auch am Sonntag zu Ausschreitungen kommt, ist groß. Dem „Spiegel“ sagte er:

„Wir müssen verhindern, dass der massive Konflikt zwischen Erdogan-Fans und Erdogan-Gegnern, der ja nicht nur politisch-rhetorisch, sondern auch mit Gewalt ausgetragen wird, zu uns importiert wird und hier auf unseren Straßen und Plätzen weiter eskaliert.“

Auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) äußerte sich besorgt zur anstehenden Demonstration. Sie ruft alle Demonstranten dazu auf, innenpolitische Konflikte der Türkei nicht nach NRW zu tragen.

„Meine Bitte an alle hier im Land lebenden Bürgerinnen und Bürgern mit türkischen Wurzeln ist: Tragen Sie einen innenpolitischen Konflikt der Türkei nicht in ihre Wahlheimat Nordrhein-Westfalen, in ihre Familien, ihre Freundeskreise und auch nicht in ihre Herzen. Für uns sind Sie alle Nordrhein-Westfalen, denn ihr Lebensmittelpunkt ist NRW. Selbstverständlich haben Sie in diesem Land das Recht, für ihre Überzeugungen zu demonstrieren. Aber bitte bleiben Sie besonnen, und bleiben Sie vor allem friedlich. Denn Ausgrenzung, Hass und Gewalt gegen andere dürfen und werden wir in keinerlei Weise tolerieren, egal von wem. Dagegen wird der Rechtsstaat – wenn notwendig – konsequent vorgehen. Dieses rechtsstaatliche Verständnis muss unsere gemeinsame Basis bleiben“.

Schlagwörter: Demonstration, Erdogan, Erdogananhänger, Erdogangegner, Köln, Konflikt, Machtkampf, Menschenrechte, Politik, Polizei, Putsch, Reaktion, Türkei, Türken, Verbot

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 27.07.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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