Paula sitzt nach Impfung im Rollstuhl

Sind die Nebenwirkungen der Impfung schuld?

Paula ließ sich gegen Gebärmutterhalskrebs impfen. Heute, ein Jahr später, sitzt sie im Rollstuhl. Ist es möglich, dass es an der Impfung lag?

 Weitere Informationen heute um 17:30 in SAT.1 NRW.
Paula sitzt nach Impfung im Rollstuhl (Foto: SAT.1 NRW)

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs - ja oder nein? Bild: SAT.1 NRW,

Impfen oder nicht impfen?

Noch immer ist die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs umstritten. Paula sitzt seitdem im Rollstuhl und gibt dem Impfstoff die Schuld.

Als Paula aus Langenfeld 14 Jahre alt war, ließ sie sich gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Hanna von ihrem Kinderarzt gegen Gebärmutterhalskrebs impfen. So wie viele ihrer Freundinnen vorher auch schon.

Jetzt, ein Jahr später, sitzt Paula im Rollstuhl. Die Familie ist sich sicher, dass es an der Impfung lag. Aber ist das möglich?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts, welche für die Empfehlung von Impfungen zuständig ist, hat die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen im Alter von 9-14 Jahren empfohlen. Spätestens bis zum 18. Lebensjahr (d.h. bis zu dem Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. So soll die Zahl der Gebärmutterhalskrebsfälle verringert werden. Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden, um eine Ansteckung mit den sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV), welche für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, zu verhindern. Doch auch Frauen außerhalb dieser Altersgruppe und bereits sexuell aktive Frauen können von einer Impfung profitieren und sollten mit ihrem Frauenarzt darüber sprechen.

Die Impfung wird zwar empfohlen, allerdings muss man sich darüber bewusst sein, dass in sehr seltenen Fällen auch Nebenwirkungen und Komplikationen auftreten können.

Die Mutter von Paula ist sicher, dass ihre Tochter einer dieser sehr seltenen Fälle ist. Mit 14 wurden Paula und ihre Zwillingsschwester Hanna gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft. Vier Wochen später klagte Paula morgens über Rückenschmerzen. Diese wurden auf dem Weg zur Schule immer schlimmer und auf einmal waren Paulas Beine taub. Sie wurden von ihrem Vater ins Krankenhaus gebracht. Aber Paula wurde entlassen. Begründung: Das würde sich schnell wieder bessern. Aber es wurde immer schlimmer. Die Familie fuhr mit Paula in die Düsseldorfer Uniklinik.

Dort waren die Ärzte durch Paulas Taubheitsgefühle sofort alarmiert. Nach vielen, vielen Untersuchungen war Transverse Myelitis (Entzündung des zentralen Nervensystems) die Diagnose. Die Krankheit ist bisher nur wenig erforscht und eine Heilung ist ungewiss.

Ob die Gebärmutterhalskrebsimpfung schuld an der Krankheit ist oder ob diese bereits in Paulas Körper verankert gewesen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Transverse Myelitis ist eine seltene neurologische Erkrankung, die zu einer Gruppe von neuroimmunologischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems gehört. Nur wenige Krankheitsfälle als Folge von Impfungen sind bekannt.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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