Nur wer brav ist darf bleiben

Die Stadt Essen will härter gegen Libanesenclans vorgehen

Nach den jüngsten Schießereien in Essen will die Stadtverwaltung jetzt hart durchgreifen. Straftäter sollen das Land verlassen. Wer sich integrieren will soll bleiben.

 Wer mehr wissen will schaut 17:30 Uhr SAT.1 NRW.
Nur wer brav ist darf bleiben (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Anfang April hallten erneut Schüsse durch die Essener Innenstadt. Wieder war ein Streit zwischen verfeindeten Libanesenclans entfacht, wieder wurde ein Mann getroffen und schwer verletzt. Als Reaktion darauf hat Oberbürgermeister Thomas Kufen nun angekündigt, libanesische Straftäter schneller abschieben zu wollen. Er will gemeinsam mit Polizei und Justiz Möglichkeiten ausschöpfen um rechtsfreie Räume in der Stadt zu verhindern. Menschen, die sich offen in die Gesellschaft integrieren will man dagegen eine Bleibeperspektive verschaffen.

Abschiebung nicht so einfach

Mit Ahmad Omeirat sitzt im Essener Stadtrat sogar ein Grünen-Abgeordneter mit libanesischen Wurzeln. Gegenüber SAT.1 NRW zeigt er sich heute empört von den Plänen des Stadtoberhaupts: „Das erlauben unsere Gesetze nicht. Der Libanon ist kein sicheres Herkunftsland im Jahr 2016. Ich würde keine Energie in Abschiebegedanken verbrauchen, sondern diesen Menschen nach 30 Jahren endlich eine Heimat geben.“

Zwei oder drei Abschiebungen werden wenig helfen

Kritik an den Plänen der Stadt gibt es von der Gewerkschaft der Polizei. Es helfe nicht, Leute einfach abzuschieben. Dies sei nur eine Stellschraube in einem ganzen Prozess. Es bringe nichts, wenn man zwei oder drei Personen aus einem Clan abschiebt und der Rest hier bleibt, heißt es aus Düsseldorf. Seitens der Gewerkschaft müsse man sich mehr um die Integration kümmern, wie zum Beispiel um den Schulbesuch der Kinder.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

Jetzt Mitreden!

    Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.

    *