NSU-Ausschuss befragt Zeugen

Landtag will Anschläge in NRW aufarbeiten

Der Düsseldorfer Landtag vernimmt Zeugen der Anschläge von Köln 2004 und Dortmund 2006. CDU-Innenexperte glaubt, dass das Terror-Trio Helfer hatte.

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NSU-Ausschuss befragt Zeugen (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Der NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags vernimmt am heute erste Zeugen. Die Parlamentarier in Düsseldorf wollen zunächst die Hintergründe eines Sprengstoffanschlags in der Kölner Probsteigasse von 2001 durchleuchten, bei dem eine Deutsch-Iranerin schwer verletzt worden war.

Auch dieses Attentat wird dem Terrortrio Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) zugeordnet. Ihm werden deutschlandweit zehn Morde von 2000 bis 2007 zur Last gelegt, außerdem zwei Anschläge in Köln. Im Juni 2004 waren in der Domstadt bei einem Nagelbombenanschlag in der von türkischen Zuwanderern geprägten Keupstraße 22 Menschen verletzt worden.

Unter Vorsitz von Sven Wolf (SPD) machen nun drei Kölner Zeugen den Anfang in dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss: ein Oberstaatsanwalt, ein Ex-Staatsanwalt und ein früherer Kriminalhauptkommissar, der die Ermittlungsgruppe «Probst» zum Anschlag in der Probsteigasse geleitet hatte. Der Ausschuss will alle Aspekte der NSU-Terrorserie mit NRW-Bezug aufarbeiten, darunter auch den Mord an einem türkischstämmigen Kioskbesitzer in Dortmund 2006. Außerdem soll es um Ermittlungspannen gehen.

Nach Einschätzung des CDU-Innenexperten Clemens Binninger hatte das Terror-Trio bei ihrem blutigen Anschlag in Köln 2004 vermutlich Helfer. Es falle ihm schwer zu glauben, dass das Trio seine Taten begangen habe, «ohne Unterstützer zu haben», sagte der ehemalige Obmann der Unionsfraktion im Bundestagsuntersuchungsausschuss zur NSU-Mordserie dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Mittwoch). Es sei «kaum vorstellbar», dass die Attentäter mit der Bombe, die in der Kölner Keupstraße explodierte, «quer durch die Republik» gefahren seien. «Die muss man vor Ort zusammenbauen.»

Binninger forderte dem Bericht zufolge den Düsseldorfer Ausschuss auf, den Fehlern der Polizei nach dem Anschlag in der Keupstraße nachzugehen. «Die NRW-Polizei hätte den NSU vielleicht stoppen können. Drei Jahre vor dem Ende der Mordserie», sagte er. Bei dem Anschlag im Kölner Stadtteil Mülheim im Jahr 2004 waren mehr als 20 Menschen durch eine mit Nägeln gefüllte Bombe verletzt worden. (dpa)

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