NRW-Städten geht es immer schlechter

Bertelsmann-Stiftung stellt Studie zum Finanzvergleich vor

Viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen kommen nicht raus aus der Schuldenspirale, heisst es aus Gütersloh.

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NRW-Städten geht es immer schlechter (Foto: Jens Wolf / dpa)

Viele Kommunen im Land haben finanzielle Probleme. Bild: Jens Wolf / dpa,

Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen verlieren im bundesweiten Vergleich weiter an Boden. Das geht aus einer heute veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Dem kommunalen Finanzvergleich zufolge verbuchten die NRW-Städte 2014 insgesamt ein Haushaltsdefizit von über 1,5 Milliarden Euro. In den beiden Jahren zuvor waren die Kommunalbilanzen in der Summe noch fast ausgeglichen.

Bei den Kassenkrediten, vergleichbar mit den Dispokrediten in Privathaushalten, steht damit jeder zweite Euro in Deutschland in den Bilanzen von Städten und Gemeinden aus NRW. Die Kommunen in Bayern verbuchten dagegen 2014 einen Überschuss von fast 1,5 Milliarden Euro

Sorgenkinder bleiben die Städte Essen, Duisburg, Wuppertal, Oberhausen, Dortmund, Hagen, Mönchengladbach, Gelsenkirchen, Mülheim und Bochum. 12,5 von insgesamt 26,5 Milliarden Euro an Kassenkrediten in Nordrhein-Westfalen entfallen allein auf diese Städte. Nur der Kreis Gütersloh kam im vergangenen Jahr ohne dieses Finanz-Instrument aus. Allein die Stadt Essen muss mit 2,2 Milliarden Euro vier Mal mehr Kassenkredite bedienen als alle Kommunen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen zusammen.

Den Hauptgrund für die Misere sehen die Experten der Bertelsmann-Stiftung in hohen Ausgaben für Hartz-IV-Wohnkosten. Die fallen vor allem in steuerschwachen Kommunen an. Die Stiftung forderte eine Übernahme durch den Bund. Positiv bewertet der Kommunale Finanzreport den Stärkungspakt des Landes NRW. Dessen Finanzierungsanteil sei im Vergleich zu den Programmen anderer Bundesländer hoch. Gegen harte Auflagen fließen an die 57 teilnehmenden Kommunen jährlich zusätzliche Mittel aus dem Länderhaushalt. (dpa)

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Jens Wolf / dpa,

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