Diskriminieren Muslime Essener Studenten?

Uni in Essen schließt umstrittenen muslimischen Gebetsraum

In Dortmund hat die Uni einen Ruheraum geschlossen, weil es Ärger mit muslimischen Studenten gab. Auch in Essen klagen Studenten über Probleme.

 Ein echter Aufreger! Mehr dazu: 17:30 SAT.1 NRW.
Diskriminieren Muslime Essener Studenten? (Foto: Sat.1 NRW)

SymbolbildBild: Sat.1 NRW,

Sollte man solche Räume am besten ganz abschaffen?

In Dortmund schließt die Uni einen Ruheraum, weil es Probleme mit muslimischen Studenten gab. Auch in Essen wird ein Gebetsraum geschlossen.

Die Universität in Essen schließt demnächst den muslimischen Gebetsraum im Uni-Gebäude. Als Grund nennt die Uni, dass es in Campusnähe viele Gebetsstätten gebe und daher der Raum auf dem Universitätsgelände nicht mehr erforderlich sei. Ein weiterer Grund ist aber auch, dass Studierende sich immer wieder beklagt haben, von ihren muslimischen Kommilitonen diskriminiert zu werden. So seien sie etwa daran gehindert worden, während der Freitagsgebete den Aufzug zu nutzen, der zu dem Gebetsraum in der vierten Etage führt. Auch die Toiletten nahe des Raumes seien für „Ungläubige“ tabu gewesen. Die Hochschulleitung plant nun einen neutralen „Raum der Stille“ auf dem Campus, der allen Studierenden als Gebets- und Ruheraum dienen soll.

Probleme auch an anderen NRW-Unis

Allerdings gab es an anderen Unis in Nordrhein-Westfalen in der Vergangenheit auch mit diesen Ruheräumen immer wieder Probleme. Vor kurzem hat die Technische Universität Dortmund ihren „Raum der Stille“ schließen lassen. Der Grund: Der eigentlich neutrale Ruheraum sei von muslimischen Kommilitonen in einen Gebetsraum umgewandelt worden. Decken und Stellwände trennten den Raum in einen Bereich für Männer und einen für Frauen, es lagen Korane und Teppiche aus. Frauen mussten in dem Raum Kopftuch tragen und durften kein Parfüm aufgelegt haben.

TU Dortmund will keinen „Raum der Stille “ mehr

Die Nutzungsordnung der TU Dortmund betont jedoch, dass religiöse Zeichen und Symbole nicht aufgestellt werden dürfen. Erst ließ der Allgemeine Studierenden Ausschuss den Raum vorübergehend schließen und führte Gespräche. Als es danach aber wieder zu Beschwerden kam, griff die Unileitung durch in schloss den Raum endgültig. Es gehe darum, Grundrechte zu wahren sowie die Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu wahren. Jetzt soll der ehemalige „Raum der Stille“ wieder der Forschung und Lehre dienen – oder zu einem Erholungsort für Studierende mit kleinen Kindern umfunktioniert werden.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Sat.1 NRW,

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