Multiresistente Keime gefährlicher als Krebs?

Keime werden zu immer größeren Bedrohung in Krankenhäusern

In Krankenhäusern werden multiresistente Keime zu einer immer größeren Bedrohung. Der BKK-Landesverband Nordwest fordert ein bundesweites Melderegister.

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Multiresistente Keime gefährlicher als Krebs? (Foto: Maja Hitij / dpa)

Multiresistente Keime werden zu einer immer größeren Bedrohung, Bild: Maja Hitij / dpa,

Die Hygiene in Krankenhäusern lässt in den meisten Fällen leider zu wünschen übrig. Quasi überall sitzen gefährliche Keime, die im schlimmsten Fall sogar tödlich sein können. Die Krankenkassen schlagen jetzt Alarm. Die Betriebskrankenkasse (BKK) Nordwest mit Sitz in Essen warnt, dass es „höchste Zeit“ sei, „der steigenden Gefahr durch Krankenhauskeime effektiv und schnell zu begegnen“.

Im Gespräch mit der WAZ fordert der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dirk Janssen schärfere Meldepflichten und ein bundesweites Melderegister für Keime, ähnlich dem Krebsregister.

Das Bundesgesundheitsministerium spricht von 7.500 bis 15.000 Todesfällen, die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) von bis zu 40.000 Toten durch Keime pro Jahr. Man sieht, die Schätzungen über die Opfer von Keiminfektionen schwanken sehr. An Krebs sterben jährlich bundesweit rund 220.000 Menschen. „Dramatisch“, findet Janssen die Zahl der Keiminfektionen. 580.000 Fälle, die Kliniken zuletzt abgerechnet hätten, scheinen nur „die absolute Untergrenze“ zu sein. „Bis zu eine Million Infektionen“ seien „wesentlich realistischer“. Auslösen würden diese zudem lebenslange gesundheitliche Probleme und immense Folgekosten, die gar nicht erfasst werden könnten.

Die Hygiene in Krankenhäusern müsse stärker durch die Gesundheitsämter und den Medizinischen Dienst der Krankenkassen überwacht werden. Unangemeldete Kontrollen der Einhaltung der Hygienepläne könnten hier helfen. Die BKK regt zudem die bundesweite Einführung von Hygiene-Prüfsiegeln an. Diese sollen den Patienten als Orientierungshilfe dienen.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Maja Hitij / dpa,

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