Ministerien Bonn: Umzug nach Berlin?

Gibt es bald keine Bundesministerin mehr in der alten Hauptstadt? Heute gab Bundesbauministerin Barbara Hendricks einen Statusbericht, wie die Aufteilung zwischen den beiden Städten funktioniert.

Ministerien Bonn: Umzug nach Berlin? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Jürgen Rausch arbeitet wie jeden Tag in seinem neuen Büdchen im Bonner Regierungsviertel – doch mit seinen Gedanken ist er bei seinem alten Bundesbüdchen. Der denkmalgeschütze Kiosk steht aber heute auf einem Lagerplatz – Dabei war er zwischen 1957 und 2006 DER Treffpunkt der Spitzen-Politiker. Mit dem Umzug des Bundestags nach Berlin kam auch für das Bundesbüdchen das Ende. Und es könnte noch schlimmer für Bonn kommen. Jetzt sitzt man auch in den sechs in Bonn verbliebenen Ministerien auf gepackten Koffern. Auch sie könnten bald nach Berlin folgen.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks hat für die Bundesregierung überprüft, ob der doppelte Regierungssitz noch Sinn macht. Sie kommt zu einem klaren Urteil: Die Aufteilung funktioniert. Doch es ist weniger effizient, als es sein könnte – es ist teuer. Die zwei Standorte verursachen jährlich Kosten von rund 7,5 Millionen Euro. Klingt, als hätte Bonn in Zukunft schlechte Karten.

Der ehemalige Spitzenpolitiker Norbert Blüm kann das nicht verstehen. Für ihn hat der Bundestag auch viel von Bonn profitiert. Es war ein „liebevoller“ Regierungssitz, meint er.

Während die Politik allmählich Bonn den Rücken kehrt, könnte zumindest das Bundesbüdchen zurück kommen. Ein Förderverein will den geschichtsträchtigen Kiosk restaurieren und schon im nächsten Jahr wieder aufbauen. Für Jürgen Rausch wäre das eine „gewisse Genugtuung“, wie er selbst sagt. Für den Rest der Stadt wäre das aber nur ein schwacher Trost. Schließlich verbindet Bonn mit den Ministerien nicht nur eine große Geschichte, sondern auch fast 6500 Arbeitsplätze.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 11.10.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

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