Minijobs nicht mehr steuerfrei?

Wissenschaftlicher Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums empfiehlt Änderung

Steuerfreiheit von 450-Euro-Jobs im Nebenerwerb und für den Zweitverdiener einer Ehe stehen auf der Kippe.

 Ein echter Aufreger! Mehr dazu: 17:30 SAT.1 NRW.
Minijobs nicht mehr steuerfrei? (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums fordert in einem Gutachten die Steuerfreiheit von Minijobs im Nebenerwerb und für den Zweitverdiener einer Ehe abzuschaffen. Die steuerlichen Privilegien für diese Gruppe unter den Minijobbern stellten einen Fehlanreiz dar. Die Experten wünschen sich von der Bundesregierung außerdem neue flexiblere Regeln für den Eintritt in die Rente, um ältere Beschäftigte möglichst lange am Arbeitsmarkt zu halten. Deutschland ist ein Land der Minijobber. 7,24 Millionen Menschen, meistens Frauen, haben eine Stelle auf 450-Euro-Basis, für die sie keine Steuern zahlen müssen und sich von den Sozialabgaben befreien lassen können. Allein 2,42 Millionen packen dabei auf ihren Hauptjob die geringfügige Beschäftigung als Zusatzjob oben drauf, etwa, weil das Geld sonst nicht reicht oder ein paar Hunderter im Monat zusätzlich für Extrawünsche zur Verfügung stehen sollen. Die Privilegien für Minijobber sind jedoch seit Jahren umstritten, vor allem, weil sich – anders als erhofft – die 450-Euro-Jobs nicht als Brücke hin zu einem regulären Vollzeitjob entwickelt haben. Nun empfiehlt der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums „eine Reform der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse“. Er fordert zumindest, „die Steuerfreiheit von Minijobs für Zweitverdiener in einer Ehe abzuschaffen“. Dies geht aus dem neuen Gutachten „Potenziale nutzen – mehr Fachkräfte durch weniger Arbeitsmarkthemmnisse“ hervor, das heute vorgestellt wird.(dpa)

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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