Dankesbrief an Polizisten

Neusser mit marokkanischen Wurzeln sagt 2500 Mal Danke

Mohammadi Akhabach ist Unternehmer aus Neuss mit marokkanischen Wurzeln. Die Begegnung mit einer Polizistin bewegt ihn so sehr, dass er einfach „Danke“ sagt.

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Dankesbrief an Polizisten (Foto: SAT.1 NRW)

Mohammadi Akhabach ist erfolgreicher Unternehmer aus Neuss.Bild: SAT.1 NRW,

Er wollte einfach mal „Danke“ sagen. Mohammadi Akhabach bedankt sich bei der Polizei, von der er immer vorurteilsfrei behandelt wurde. Den Brief schickte er per Post an 2500 Polizeistationen.

Der Brief in voller Länge:

Mein Dank gilt Ihnen, liebe Polizeibeamte!

Sehr geehrte Damen und Herren!

Meine Eltern kommen aus Marokko und sind vor Jahrzehnten nach Deutschland eingewandert. Ich selbst lebe seit 1979 in diesem Land und darf mich als wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmer bezeichnen – übrigens nicht im Lebensmittelhandel oder Imbissgeschäft. Ich nehme natürlich wahr, wie die Diskussion um Zuwanderung, Einwanderung und Integration zunehmend lauter und unsachlicher, vielleicht bald schon vielerorts handgreiflich wird. Ich glaube, dass Sie, unsere Beamten von der Polizei, dabei einen wirklich anspruchsvollen und oft auch undankbaren Job haben. Es ist nicht leicht für Sie, den Durchblick zu behalten und Ruhe sowie Gelassenheit angesichts vieler Anfeindungen und überzogener Forderungen zu wahren. Ich habe selbst erfahren, dass Sie in diesem aufgeheiztem Klima trotz allem Distanz, Höflichkeit und Unvoreingenommenheit walten lassen. Und dass Sie zuweilen einfach nur auf alltägliche Kleinigkeiten achten – zum Schutz der Bürger und ganz unabhängig von ihrem Aussehen und ihrer vermeintlichen Herkunft. So, wie Beamte dieses Staates es tun sollten.

Ein Beispiel: Vor einigen Tages wurde ich früh morgens auf dem Weg ins Büro von einer neben meinem Auto an der roten Ampel haltenden Polizeistreife per Handzeichen gebeten, das Fenster herunterzukurbeln. Was ich tat. Die Beamtin auf dem Beifahrersitz zupfte an ihrem Sicherheitsgurt und blickte in meine Richtung, wohl um zu signalisieren, dass sie nicht sehen könne, ob ich meinen Gurt vorschriftsmäßig angelegt hätte. Das allerdings hatte ich. Also hob ich den Gurt mit einem Lächeln ebenfalls mit dem Daumen von der Brust und zeigte, dass er angelegt war. Sie lachte und rechte den Daumen nach oben. Ich antwortete „Schön, dass es Sie gibt!“, womit ich einfach nur ausdrücken wollte, dass ich mich gut behütet und freundlich behandelt fühlte. Die Beamtin entgegnete sehr freundlich: „Und es ist schön, dass es Sie gibt!“

Ganz ehrlich? Das war sympathisch. Das war freundlich. Das war vorurteilsfrei. Das war einfach wohltuend und spendete das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen. Das wollte ich Sie alle wissen lassen. Danke für solches Verhalten und das bürgerschaftliche und demokratische Denken, das dahinter steht.

Viele Grüße

M. Akhabach

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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