Lewandowski-Selbstmord: Die Hintergründe!

Die Polizei ermittelte wegen Kindesmissbrauchs

Gegen Fußballtrainer Sascha Lewandowski wurde kurz vor seinem Tod ermittelt. Er war mit einem Zwölfjährigen aufgefallen.

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Lewandowski-Selbstmord: Die Hintergründe! (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Dortmund, Bahnhofviertel, Nordstadt. Freitag Abend, kurz vor Mitternacht. Zwei Polizisten beobachten ein verdächtiges Auto. Sie kontrollieren den Fahrer und riechen Alkohol. Später wird sich herausstellen: Der Alkoholpegel liegt bei 0,88 Promille.

Der Mann hinter dem Steuer ist kein Unbekannter: Es ist Sascha Lewandowski. Bis 2014 Bundesligatrainer von Bayer Leverkusen.

Sascha Lewandowski wird in einer Gegend kontrolliert, die es in sich hat. Gewalt, Drogenhandel, Prostitution. In der Dortmunder Nordstadt gilt ein anderes Gesetz. Das Gesetz der Straße. Hier wird offen mit harten Drogen gedealt – bulgarische und rumänische Prostituierte, Männer und Frauen, verkaufen sich hier für wenig Geld.

Zwei voneinander unabhängige Quellen aus Behördenkreisen bestätigen uns: Die Nacht endet für Sascha Lewandowski auf der Kriminalwache des Dortmunder Polizeipräsidiums. Polizeiprotokolle, die uns vorliegen, belegen: Lewandowski wurde vorläufig festgenommen.

Die Ermittler müssen etwas anderes vermuten, als eine reine Trunkenheitsfahrt. Sie vernehmen den Ex-Trainer mehrere Stunden lang. Und sie behandeln ihn so, als gäbe es einen weitaus schlimmeren Verdacht als Alkohol am Steuer. Seine Kleidung wird beschlagnahmt. Er wird ärztlich untersucht und erkennungsdienstlich behandelt. Und sein Handy wird beschlagnahmt – vermutlich um es auszuwerten.

Weiter heißt es im Polizeiprotokoll: „Es besteht der Verdacht auf weitere Delikte“

Rechtsanwalt Arndt Kempgens weiß, dass mehr als eine Alkoholkontrolle dahinter stecken muss: „Eine Trunkenheitsfahrt ist Strafrechtlich gesehen eine Kleinigkeit. Dafür wird keiner länger in Untersuchungshaft gehalten, dafür werden auch keine Fingerabdrücke genommen, sondern da werden die Personalien festgestellt und dann kriegt man hinterher Post von der Staatsanwaltschaft. Wenn man aber eine Nach in der Polizeidienststelle verbringt und es werden Fingerabdrücke genommen, Fotos gemacht und es werden DNA-Abgleiche genommen, dann spricht das schon dafür, dass hier ein erheblicher Verdacht einer wesentlich höheren Straftat oder schlimmeren Straftat im Raume steht“.

Was geschah also in dieser Nacht? Am Ende hatte Sascha Lewandowski auf jeden Fall keinen Führerschein mehr. Und er verließ die Polizeiwache in Kleidung, die ihm die Polizisten leihen mussten. Die Antworten liegen in der Dortmunder Nordstadt. Gab es Hinweise auf eine Straftat? Oder war die lange Vernehmung auf der Wache überzogen? Polizei und Staatsanwaltschaft wollen das nicht beantworten. Sollte es Ermittlungen gegeben haben, werden die vermutlich eingestellt, da der mögliche Beschuldigte tot ist. Trotzdem rechnen viele damit, dass die Details ans Licht kommen werden.

Nur dann wird man verstehen, ob diese Nacht vielleicht der eigentliche Grund für Sascha Lewandowskis Tod ist.

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