Lahmes Internet in NRW

Fördergelder für Breitband-Ausbau gehen an NRW vorbei

25 Millionen Euro gibt es vom Bund für den Breitband-Ausbau in NRW – aus einem Topf von 500 Millionen Euro! Die hätten viele Kommunen in NRW sicher für schnelles Internet gebrauchen können, doch nur wenige haben diese auch beim Bund beantragt.

Lahmes Internet in NRW (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Lars Mehlis hat eine Werbeagentur in Hückeswagen. Er ist beruflich auf das Internet angewiesen. Doch es gibt da ein Problem: das Internet funktioniert dort fast gar nicht. Um Fotos im Netz zu laden, dauert es manchmal eine Stunde. Bei größeren Datenmengen sogar Tage.

„Das Problem sind Datenübertragunsraten, egal ob Upload oder Download. Das bringt einen oft zum verzweifeln, wenn man täglich damit arbeiten muss und vor allem darauf angewiesen ist.“

Damit das nicht so bleibt, hat die Bundesregierung ein Förderprogramm für das Turbo-Internet auf die Beine gestellt. So soll Jeder mit 50 Megabits pro Sekunde im Netz surfen können. Jeder Vierte in Nordrhein-Westfalen tut das nämlich noch nicht. Städte und Gemeinden, die Geld für besseres Internet haben wollen, müssen sich beim Bund melden. Aus Nordrhein-Westfalen hat das aber fast niemand gemacht. Statt der geplanten 500 Millionen Euro, sind daher nur 25 Millionen Euro an Internet-Geldern zu uns geflossen.

Für CDU-Politiker Hendrik Wüst ist die Landesregierung die Schuldige. Sie hätte die Kommunen nicht richtig informiert:

„Rot-Grün hat in Nordrhein-Westfalen viel zu lange gepennt. Im letzten Jahr hat man uns gesagt man ist doch gut versorgt, mit über 70 Prozent. Das ist aber nur die Ballungsregionen an Rhein und Ruhr“.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin findet die Kritik übertrieben, sieht aber auch Verbesserungsbedarf.

„Es gibt noch eine Lücke in NRW mit der Versorgung von schnellem Internet, die werden wir in den nächsten zwei Jahren schließen, aber wir sind jetzt schon diejenigen, an denen sich die anderen orientieren und deswegen werden wir nicht unruhig.“

Er will sich in den nächsten Wochen persönlich kümmern, dass alle Gemeinden ihren Antrag nach Berlin schicken, damit das Geld für schnelles Internet auch nach NRW kommt. Bis 2018 soll es dann in ganz Nordrhein-Westfalens Turbo-Internet geben. Lars Mehlis sieht das Vorhaben des Wirtschaftsministers aber skeptisch.

„Das ist nicht zu realisieren, dafür ist die Infrastruktur zu schlecht. Also ich seh dafür schwarz.“

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 16.09.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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