Kükenschreddern bleibt wohl erlaubt

Gericht will Klage gegen Brüterei möglicherweise abweisen

Die Klage gegen eine Brüterei in Senden wird wohl nicht zugelassen. Das Landgericht Münster sieht in dem Töten von Küken keinen Tierschutzverstoß.

 Ein echter Aufreger! Mehr dazu: 17:30 SAT.1 NRW.
Kükenschreddern bleibt wohl erlaubt (Foto: PETA)

 Bild: PETA,

Wärt ihr bereit mehr für eure Eier zu bezahlen?

Ohne das Kükenschreddern würden Eier mehr kosten. Bei einem Bauern in Kamp-Lintfort acht Cent mehr pro Ei.

Die Staatsanwaltschaft Münster und die Tierschutzorganisation PETA kommen mit der Klage gegen eine Brüterei in Senden wohl nicht durch. Das Landgericht Münster hat in einer ersten Stellungnahme durchblicken lassen, dass es die Klage wohl abweisen wird.

Gericht sieht keinen Tierschutzverstoß

„Es ist beabsichtigt, das Hauptverfahren gegen den Angeschuldigten aus Rechtsgründen nicht zu eröffnen“, heißt es vom Gericht in einem Schreiben, das SAT.1 NRW vorliegt. Demnach gebe es keine Argumente dafür, dass das massenhafte Töten von frisch geschlüpften männlichen Küken gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Solange ein vernünftiger Grund dafür vorliege, die Tiere zu töten, sei das nicht verboten.

Fehlende Alternativen für die Betriebe

Pro Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 50 Millionen Küken geschreddert oder vergast, weil sie keine Eier legen und als Masthuhn nicht wirtschaftlich genug sind. Solange es keine Alternative zu dem Töten gebe – zum Beispiel ein Früherkennungsverfahren, dass das Geschlecht des Kükens schon im Ei bestimmt, bleibt diese Praxis wohl weiterhin erlaubt. In Kamp-Lintfort will ein Landwirt darauf nicht warten: Er hat sich entschieden, die männlichen Küken mit aufzuziehen – die Kosten dafür deckt er mit dem Eierverkauf. Pro Ei zahlt man bei ihm acht Cent mehr.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: PETA,

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