Kükentötung bleibt erlaubt

OVG Münster entscheidet: Tötung verstößt nicht gegen Tierschutz

Das Land NRW wollte die Kükentötung verbieten, Geflügelhalter haben dagegen geklagt. Heute wurde in zweiter Instanz entschieden: Das Töten bleibt erlaubt.

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Kükentötung bleibt erlaubt (Foto: PETA)

 Bild: PETA,

Es ist eine „herbe Niederlage für den Tierschutz in Deutschland“, sagt NRW-Umweltminister zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster. Das hat heute Mittag entschieden: Das Töten von frisch geschlüpften männlichen Küken ist weiterhin straffrei.

Bundesweit werden jährlich 45 Millionen Küken getötet. Die „Eintagsküken“ müssen sterben, da die Hühnerzüchter lediglich die weiblichen Küken als Legehennen gebrauchen können. Auch die Aufzucht zur Schlachtung sei für Geflügelzüchter nicht rentabel, da sie als Legehennenrasse nicht so viel Fleisch ansetzen. Oft werden sie direkt nach dem Schlüpfen sortiert, dann vergast oder geschreddert. Das Oberverwaltungsgericht begründet seine Entscheidung damit, dass die Tötung seit Jahrzehnten als gängige Praxis gilt, und daher nicht plötzlich unter Strafe gestellt werden kann. Außerdem beziehen sie sich ebenfalls auf die wirtschaftlichen Bedenken der Geflügelzüchter: „Die Aufzucht der ausgebrüteten männlichen Küken aus einer Legehennenrasse sei für die Brütereien mit einem un­verhältnismäßigen Aufwand verbunden. Würden diese Küken aufgezogen, seien sie von den Brütereien praktisch nicht zu vermarkten“.

Tierschützer kämpfen schon lange gegen das Vergasen oder Schreddern von Küken. Umweltminister Remmel hat mit der vom OVG abgelehnten Untersagungsverfügung versucht, die Praxis unter Strafe zu stellen. Auch die Bundesregierung will die Kükentötung abschaffen. Dort will man allerdings noch warten, bis Verfahren entwickelt wurden, mit denen man bereits vor dem Schlüpfen das Geschlecht erkennen kann und das Ei dann gar nicht ausbrüten lässt. Bis dahin wird an der Entscheidung, die Kükentötung zuzulassen, wohl nicht mehr gerüttelt werden können.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: PETA,

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