„Ich bin kein Monster“

Höxter-Mörder Wilfried W. bricht sein Schweigen

Seinem Anwalt gegenüber hat Wilfried W. sich jetzt erstmals geäußert. Bisher hatte nur seine Exfrau Angelika B. über die grausamen Taten geredet.

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„Ich bin kein Monster“ (Foto: SAT.1 NRW)

Wilfried W. misshandelte und tötete Frauen in seinem Haus in Höxter.Bild: SAT.1 NRW,

Rund vier Wochen ist es jetzt her, dass Wilfried W. und Angelika B. von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden. Vier Wochen lang sitzt das Folter-Paar jetzt schon in Untersuchungshaft. Während Angelika B. sich schon oft äußerte, der Polizei sogar gestand eine weitere Frau getötet zu haben, schwieg ihr Ex-Mann die ganze Zeit.

„Ich bin kein Monster“

Das hat Wilfried W. seinem Anwalt gesagt. Er habe bei den Misshandlungen und Quälereien nur selten aktiv mitgewirkt – die Initiative sei immer von seiner Ex-Frau Angelika B. ausgegangen.  Der 46-jährige mache sich jetzt Vorwürfe, dass er bei den Taten zusah und nicht eingriff. Von vielen Quälereien seiner Ex-Frau will Wilfried W. aber auch nichts gewusst haben. So soll Angelika B. ein Opfer gezwungen haben, die Toilette mit einer Zahnbürste zu putzen und diese dann nachher in den Mund zu nehmen. Im Gefängnis soll Wilfried W. tagtäglich von Mithäftlingen bedroht und beleidigt werden.

Jahrelang hatte das Folterpaar aus Höxter Frauen in sein Haus gelockt. Mittlerweile sollen sich acht Folteropfer bei der Polizei gemeldet haben. Nach bisherigen Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft von zwei Todesopfern aus. Anfang der Woche suchte die Polizei mit Leichenspürhunden eine Landstraße in Höxter nach den Überresten von Annika W. ab. Angelika B. hatte ausgesagt, dass sie diese zusammen mit ihrem Ex-Mann getötet, zerstückelt, verbrannt und dann die Asche auf rund zwei Kilometer Landstraße verteilt habe. Bisher gibt’s es noch keine Funde.

Hätte die Polizei die Morde verhindern können?

Der Anwalt von Wilfried W. schwärzt jetzt die zuständige Polizei an. Bereits 2012 sollen Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika B. mit einem Opfer zur Polizei gegangen sein. Grund dafür: Das Folter-Paar ließ sich von allen Opfern ein Schreiben unterzeichnen. Im Groben stand darin immer, dass es den Frauen im Haus in Höxter gut ging. Die Polizei sollte bezeugen, dass die Frau die Unterschrift freiwillig setzt.

Laut Anwalt hätten die Taten nach 2012 verhindert werden können, wenn die Polizei damals dieser kuriosen Forderung des Paares nachgegangen wäre. Die Beamten hätten Wilfried W. und Angelika B. nämlich einfach mit der Aussage „Für so was sind wir nicht zuständig“ wieder nach Hause geschickt. Die Polizei hat sich auf unsere Anfrage hin zu den Vorwürfen nicht mehr geäußert.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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