Herforder Prügelpolizisten vor Gericht

Beamte müssen sich wegen unnötiger Prügelei verantworten

Bei einer normalen Verkehrskontrolle rasteten Polizeibeamte vollkommen aus und prügelten auf den Fahrzeughalter ein und besprühten ihn mit Pfefferspray.

 Ein echter Aufreger! Mehr dazu: 17:30 SAT.1 NRW.
Herforder Prügelpolizisten vor Gericht (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Der Vorfall ereignete sich im Juni 2014. Bei einer Verkehrskontrolle fällt zwei Polizeibeamten der Opelfahrer auf – er sei nicht angeschnallt gewesen und habe telefoniert, so die Beamten. Sie wollen den Mann anhalten, dieser sie aber zunächst noch weitergefahren. Am Ende sind zwei Streifenwagen, vier Beamte vor Ort – einer der Streifenwagen hat eine so genannte Dashcam vorn im Auto, so dass der komplette Ablauf gefilmt wurde (siehe Video).

Die Videoaffäre

Der Fall wurde bereits vor Gericht verhandelt – allerdings mit dem Opelfahrer als Angeklagten. Dieser und sein Cousin, der beim Vorfall dabei war, mussten sich wegen „Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte“ verantworten. Aber anstatt des Videos erhält die Bielefelder Staatsanwaltschaft nur Standbilder, sogenannte Screenshots, von der Herforder Polizei. Diese zeigen nicht alles. Erst kurz vor Beginn des Prozesses bekommt der zuständige Staatsanwalt die komplette Videoaufnahme zu sehen und erkennt die Brisanz. Am 4. Mai 2015 wird der Opelfahrer freigesprochen.

Die Folgen

Mit dem Freispruch des Opelfahrers beginnen aber neue Ermittlungen – diesmal gegen die Polizeibeamten wegen Körperverletzung. Wegen Befangenheit werden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bielefeld aber an die Staatsanwaltschaft in Bochum übergeben.

Heute müssen sich jetzt der Hauptangeklagte – im Video als der Hauptakteur zu sehen – und die ebenfalls angeklagten Polizisten verantworten.

Prozessergebnisse

Seit heute morgen läuft der Prozess in Bochum. Bisher gibt es schon eine Neuigkeit. Ein Verfahren gegen einen der Nebenangeklagten wurde bereits eingestellt. Das aber auch nur gegen eine Geldbuße von 4000 Euro, die der Beamte an den Kinderschutzbund Herford zahlen muss. Er wird weiterhin im Dienst bleiben.

Dass es heute auch im Hauptverfahren schon eine Entscheidung geben wird ist unwahrscheinlich.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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