Härtere Strafen für Raser

Bundesrat entscheidet über NRW-Antrag

NRW-Justizminister Kutschaty will Raser mit härteren Strafen stoppen. Doch es gibt auch noch andere Möglichkeiten.

Härtere Strafen für Raser (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Gianluca aus Köln lebt nicht mehr. Mit nur 26 Jahren wurde ihm das Leben genommen – von einem Raser. Arman J. raste mit 100 km/h durch die Kölner Innenstadt. Der Wagen geriet außer Kontrolle, raste in einen unbeteiligten Wagen und erfasste den 26-jährigen Gianluca, der mit dem Fahrrad unterwegs war. Ende Mai wurde Arman J. deshalb zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Es war nur einer vieler Prozesse, bei denen Menschen durch Raser verletzt oder sogar getötet wurden. Doch es war der erste, bei denen ein Raser wirklich hinter Gitter musste. Oft gibt es bloß Geld- oder Bewährungsstrafen.

Ginge es nach NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) soll sich das so schnell wie möglich ändern. Der Bundesrat entscheidet heute über einen Antrag vom Minister zu Änderungen im Strafrecht. Demnach soll Rasern auch schon dann eine Haftstrafe drohen, wenn sie an einem Rennen teilnehmen und nicht erst dann, wenn Menschen dabei verletzt werden. Mit bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe könnten die Fahrer dann für den schnellen Kick bezahlen.

Doch nicht alle sehen härtere Strafen als die beste Lösung. Der bekannte Tuner Jean Pierre Krämer sieht die Polizei Hannover als Vorbild: Dort werden kontrollierte Rennen organisiert. Die Polizei ist bei den Rennen dabei und hat ein lockeres Verhältnis zu den Teilnehmern. Gäbe es Flächen, wo legale Treffen möglich sind, könnte das viele illegale Rennen verhindern, so Krämer.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 23.09.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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