Gericht: Stehpinkeln erlaubt!

Stehpinkler muss ruinierten Marmorboden nicht zahlen

Mieter urinierte im Stehen und ruinierte so den Marmorboden. Das behauptet die Vermieterin und fordert Schadensersatz. Die Klage wurde jetzt abgewiesen.

 Gibt´s nicht? Doch! Mehr dazu um 17:30 Uhr in SAT.1 NRW.
Gericht: Stehpinkeln erlaubt! (Foto: SAT.1 NRW)

Im Stehen pinkeln oder nicht? Das ist die Frage! Bild: SAT.1 NRW,

Liebe Männer: Steht ihr noch oder sitzt ihr schon?

Heute fiel das Urteil im Düsseldorfer Pinkel-Prozess. Toll für die Männer, doof für die Frauen: Stehpinkeln wird nicht verboten.

Die Männer lieben es (und können es scheinbar auch nicht anders): Im Stehen zu pinkeln. Frauen hassen es. Vielleicht haben sie nicht direkt etwas gegen die Sache an sich, aber die Urinspritzer, die überall sind nur nicht im Klo, nerven die meisten wohl doch.

In Düsseldorf kam es zwischen Mieter und Vermieterin zu Streit. Ein Streit um einen beschädigten Marmorboden – durch Urinspritzer. Die Richter urteilten im Januar 2015, dass das Stehpinkeln zwar gesellschaftlich umstritten sei, aber der wohl dadurch entstandene Schaden am Marmorboden dem Mieter nicht in Rechnung zu stellen sein könnte. Das wollte die Vermieterin aber nicht akzeptieren und ging in Berufung.

Der Pinkel-Prozess aus Düsseldorf ging heute in die letzte Runde: Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Der Mieter muss nicht für die Kosten aufkommen.

Der Rechtsstreit begann als der stehpinkelnde Mieter aus seiner Wohnung ausgezogen war. Seine Vermieterin stellte fest, dass der Marmorboden rund um die Toilette stumpf geworden sei. Sie befragte einen Experten, der ihr wohl sagte, dass der Schaden durch die Urin-Spritzer entstanden wäre. Der Urin habe den Marmorboden verätzt. Weil sie die Böden ersetzen ließ, hielt die Vermieterin 2000 Euro der Mietkaution ein. Der Mieter klagte – und bekam Recht. Trotz der „zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus verbreitet“, hieß es in der Urteilsbegründung. Mit einer Verätzung des Bodens sei daher nicht zu rechnen. Der Vermieter hätte den Mieter auf die Empfindlichkeit des Bodens ausdrücklich hinweisen müssen. Dies sei aber nicht geschehen.

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