Geld für den IS gesammelt?

Mutmaßliche Terrorhelfer in Düsseldorf vor Gericht

Fünf Angeklagte aus NRW sollen mit jungen Kämpfern, Geld und Ausrüstung verschiedene islamistische Terrorgruppen in Syrien unterstützt haben.

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Geld für den IS gesammelt? (Foto: Reuters)

Vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf müssen sich fünf mutmaßliche Terrorhelfer verantworten.Bild: Reuters,

Im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts hat heute der Prozess gegen fünf mutmaßliche Terrorhelfer begonnen. Die Frau und vier Männer sollen nicht nur junge Kämpfer nach Syrien geschickt haben, sondern auch Ausrüstung wie 15 Krankenwagen und Geld für verschiedene Terrorgruppen – unter anderem für den Islamischen Staat. Der Hauptbeschuldigte ist ein 59-jähriger Familienvater aus Bergisch Gladbach. Er soll den eigenen Sohn ins Kriegsgebiet geschickt und später dessen Tod bejubelt haben. Außerdem habe er mit Internetvideos um Spenden geworben – die dann wohl an den IS geflossen sind.

Islamisten sammeln Geld unter flaschem Vorwand

Das Geld beschaffen die Terrorhelfer teilweise auf perfide Weise. Deutsche Salafisten geben vor, Geld für humanitäre Hilfe in Syrien oder dem Irak zu sammeln. Sie organisieren Wohltätigkeitsveranstaltungen, geben vor, Geld für einen Krankenwagen zu sammeln, der in Syrien zum Einsatz kommen soll. Doch in Wahrheit geht der Wagen an den IS, wird zum Truppentransport benutzt und mit Waffen ausgerüstet. Deutsche Salafisten benutzten so zum Beispiel einen Krankenwagen des DRK mit Warendorfer Kennzeichen. Geld aus Kuchenverkäufen soll an die Terroristen nach Syrien fließen.

Verfassungsschutz beobachtet Vereine aus NRW

Der Verein Ansaar International in Düsseldorf organisiert Spendenveranstaltungen, offiziell, um humanitäre Hilfe zu leisten. Doch der Verein wird schon länger vom NRW-Verfassungsschutz beobachtet. Es wird vermutet, dass mit dem Geld in Syrien Waffen gekauft werden. Auch die ihm nahestehenden Vereine wie „Helfen in Not“ mit Sitz in Neuss und „Medizin ohne Grenzen“ aus Sankt Augustin hat der Verfassungsschutz der Salafistenszene zugeordnet. Auch sie haben in der Vergangenheit mit mit Kuchenverkäufen oder im Internet dazu aufgerufen, Menschen in den Kriegsgebieten zu helfen. Wofür sie das gesammelte Geld tatsächlich verwenden bleibt im Dunkeln.

Falsche Spendensammler erkennen

Unseriöse Spendensammler lassen sich oft schon im Vorfeld erkennen: Sie werben mit dramatischen Bildern anstatt sachlich zu beschreiben, wofür sie die Spenden sammeln. Orientierung geben kann auch das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) oder die Mitgliedschaft im Deutschen Spendenrat. Kleinere Organisationen können sich die Mitgliedschaft allerdings nicht leisten. Seriöse Sammler lassen einem Zeit und setzen die Spender nicht unter Druck. Bei Spenden an der Haustür sollte man sich immer den Sammelausweis zeigen lassen.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Reuters,

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